Familienunternehmer im Gespräch mit Ministerpräsident Stefan Mappus

„Mir ist es ein persönliches Anliegen, mich um eine ständige Optimierung der Rahmenbedingungen zu bemühen, die für den unternehmerischen Erfolg unserer Familienunternehmen maßgeblich sind. Die Politik des Landes Baden-Württemberg hat die Entwicklungschancen des ländlichen Raums immer im Visier und verfolgt das Ziel, optimale infrastrukturelle Voraussetzungen, z. B. durch die Einrichtung von Hochschulstandorten, zu schaffen: Für die Region Hohenlohe sind hier die Außenstelle Bad Mergentheim der DHBW Mosbach, die Außenstelle Künzelsau der Hochschule Heilbronn und – neu hinzugekommen – die Außenstelle Schwäbisch Hall zu nennen“, so Ministerpräsident Stefan Mappus, der gestern Abend auf Einladung der gemeinnützigen Stiftung Familienunternehmen zu einem Gespräch mit 50 Familienunternehmern aus der Region Hohenlohe zusammentraf. „Aber die Politik kann immer nur Rahmenbedingungen schaffen. Es sind maßgeblich die seit Jahren und Jahrzehnten erfolgreichen Familienunternehmen, die der Region zu Wohlstand und hoher Beschäftigung verholfen haben.“ Der Veranstaltungsort war mit Bedacht gewählt: Das Fürstenhaus Hohenlohe-Oehringen ist selbst eines der ältesten Familienunternehmen in Deutschland.
„Wir wollen das gegenseitige Verständnis von Politik und Familienunternehmen fördern“, so Stiftungsvorstand Prof. Dr. Dr. h.c. Brun-Hagen Hennerkes. „Die derzeit wichtigsten Herausforderungen des Familienunternehmens sind die Akzeptanz innerhalb einer sich wandelnden Gesellschaft, die Schaffung angemessener Rahmenbedingungen seitens der Politik und die Bewältigung des permanenten Veränderungsprozesses, in dem sich unsere Weltwirtschaft befindet. Wir setzen auf die Verlässlichkeit unseres neuen Ministerpräsidenten.“
Weit oben auf der Liste der Themen, die die Familienunternehmer derzeit bewegen, steht nach wie vor die Erbschaftsteuer. Hierzu gab Christian Freiherr von Stetten, Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Schwäbisch-Hall und Berichterstatter zur Erbschaftsteuer bei der Bundesregierung, einen Abriss über den derzeitigen Diskussionsstand sowie die Zukunft der entsprechenden Regelungen für Familienunternehmen.
„Grundsätzlich können unsere Familienunternehmen der Höhe nach mit dem Verschonungsabschlag und der verbleibenden Erbschaftsteuerbelastung leben. Die Bedingungen stellen jedoch ein kostenmäßiges und verwaltungstechnisches Ungetüm dar und sind ein weiteres Zeichen der Unfähigkeit des Gesetzgebers zur Formulierung einfacher, verständlicher und praktikabler Gesetze“, erklärt Prof. Rainer Kirchdörfer, wissenschaftlicher Beirat der Stiftung Familienunternehmen.
Weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Analyse und Bewertung der Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Familienunternehmen. Hier waren sich die Familienunternehmer einig, dass vor allem die Entkoppelung von Eigentum und Verantwortung einer der treibenden Faktoren der Wirtschaftskrise war. „Familienunternehmen stehen wie keine andere Unternehmensform für Nachhaltigkeit und tradierte Wertvorstellungen. Die gesellschaftliche Verantwortung des Eigentümers wird von ihnen täglich praktiziert. So haben sie wesentlich dazu beigetragen, dass Deutschland die Krise besser meistert als viele andere Industrienationen. Wir wollen keine Sonderbehandlung, sondern eine angemessene Wahrnehmung der Familienunternehmen in der Öffentlichkeit und der Politik“, so der Appell von Stiftungsvorstand Hennerkes.
Weitere Informationen:
Stiftung Familienunternehmen
Maria Krenek
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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