Tag des deutschen Familienunternehmens

Seit 2008 lädt die Stiftung Familienunternehmen einmal im Jahr zum „Tag des deutschen Familienunternehmens“ nach Berlin ins Hotel Adlon ein. Gesellschafter großer Familienunternehmen treffen auf hochrangige Politiker – eine willkommene Gelegenheit für beide Seiten, miteinander ins Gespräch zu kommen. Immer wieder mit dabei: Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Bundesminister und Parteivorsitzende sowie Staats- und Regierungschefs aus dem Ausland.


Tag des deutschen Familienunternehmens 2017

Drei Themen beherrschten die Diskussionen auf dem „Tag des deutschen Familienunternehmens“ Ende Juni 2017: Brexit, Trump und die bevorstehende Bundestagswahl. Was bedeuten die populistischen Strömungen diesseits und jenseits des Atlantiks für die großen deutschen Familienunternehmen? Dieser Frage gingen hochrangige Referenten auf der Tagung in Berlin nach. Mehr als 350 Gäste, vorwiegend Gesellschafter großer Familienunternehmen, diskutierten mit.


Tag des deutschen Familienunternehmes - Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Brun-Hagen Hennerkes

Digitalisierung, Globalisierung, Transparenz – das sind die Schlagworte, mit denen Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Brun-Hagen Hennerkes, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Familienunternehmen, auf den „Tag des deutschen Familienunternehmens“ einstimmte. Die Digitalisierung der Konsumenten dominierten amerikanische Unternehmen, Deutschland müsse nun in der Digitalisierung der Industrie eine Führungsrolle übernehmen. Die deutschen Familienunternehmen dürften sich da nicht ins Hintertreffen treiben lassen, sagte Hennerkes. Die Globalisierung sei bislang eine verlässliche Konstante in der Politik gewesen, doch nun plötzlich nicht mehr. „Globalisierungsmüde sind die deutschen Familienunternehmen nicht. Für sie stellen die internationale Arbeitsteilung und der freie Marktzugang rund um den Globus die Basis für künftige Prosperität dar“, erklärte Hennerkes. Doch überzogene Transparenz-Forderungen aus Brüssel und Berlin könnten die internationale Wettbewerbsposition deutscher Familienunternehmen schwächen, fuhr er warnend fort.


Tag des deutschen Familienunternehmes - Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Brun-Hagen Hennerkes und Dr. Wolfgang Schäuble

Das dritte Mal bereits sprach Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble auf dem „Tag des deutschen Familienunternehmens“. Er stellte Steuersenkungen insbesondere für die mittleren Einkommen in Aussicht, Substanzsteuern bezeichnete Schäuble als „Gift“, diese hätten in der Globalisierung keinen Platz. Er machte klar: „Wir wollen stabile Löhne und stabile Renten. Das geht nur, wenn es auch der Wirtschaft gut geht.“


Tag des deutschen Familienunternehmes - Christian Lindner

Auch Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP, sprach sich für Entlastungen aus. Konkret forderte er die Abschaffung des Solidaritätszuschlags und der Stromsteuer, die geringere Besteuerung von Einkommen, keine Diskriminierung von Eigenkapital gegenüber Fremdkapital sowie einen bedeutenden Freibetrag von der Grunderwerbsteuer, um den Kauf von Eigenheimen erschwinglicher zu machen.


Tag des deutschen Familienunternehmes - Podiumsdiskussion Karl-Theodor zu Guttenberg

Um die freihandelsfeindlichen Ankündigungen des US-Präsidenten Donald Trump drehte sich die Podiumsdiskussion, die Stiftungsvorstand Prof. Rainer Kirchdörfer (l.) moderierte. Der ehemalige Bundeswirtschafts- und Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (Mitte) mahnte einen pragmatischen Umgang mit den USA an. „Der Westen sollte, statt sich gegenseitig anzuklagen, zusehen dass er seinen Zusammenhalt wieder festigt“, sagte er. Die beiden Familienunternehmer Dr. Hinrich Mählmann (Otto Fuchs KG, 2. v. r.) und Martin Richenhagen (AGCO Corp., r.) sahen als alleinige Profiteure des Zwists Staaten wie China. Besser sei es, sich nicht durch Trump von der deutsch-amerikanischen Freundschaft ablenken zu lassen. Prof. Gabriel Felbermayr (2. v. l.) vom ifo Institut erklärte, dass die USA erst einmal eine gezielte Manipulation nachweisen müssten, um ihre Behauptung zu erhärten, der Außenhandelsüberschuss Deutschlands sei politisch herbeigeführt.


Tag des deutschen Familienunternehmes - Dr. Norbert Röttgen

Auch der CDU-Politiker Dr. Norbert Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, hielt in seiner Rede die Situation in den USA nach der Wahl des Präsidenten Donald Trump für schwer einschätzbar. „70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs muss Europa endlich erwachsen werden und Verantwortung übernehmen“, sagte er. Mit Trump sei klargeworden: „Der große Onkel kann und will nicht mehr.“


Tag des deutschen Familienunternehmes - Frühstück

„Die Soziale Marktwirtschaft ist nicht die Zuständigkeit einer kleinen Gruppe – der Unternehmer, oder der Gewerkschaften – sondern Basis unserer Gesellschaft“, sagte Martin Kannegiesser (Mitte), Ehrenpräsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und selbst Familienunternehmer. Reiner Hoffmann (r.), Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), beklagte während der Podiumsdiskussion, die von Ulrich Deppendorf (l.) moderiert wurde, dass die Tarifbindung unter den deutschen Unternehmen erodiere. So habe beispielsweise kein Weg mehr am Mindestlohn vorbeigeführt, sagte Hoffmann.





Heike Esmann

Heike Esmann

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