Frauen in Führungspositionen

Frauen in Führungspositionen

Dr. Simone Bagel-Trah, Vorsitzende des Aufsichtsrats und des Gesellschafterausschusses, Henkel AG & Co. KGaA


Es ist unbestritten, dass Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft noch unterrepräsentiert sind. Hier sind wir noch lange nicht da, wo wir sein sollten und könnten. Doch es ist ein Umdenken spürbar und sichtbar. Ob in mittelständischen Unternehmen oder in Konzernen – die Geschäftsführungen, Vorstände und Aufsichtsräte sind gemischter als noch vor wenigen Jahren. Es ist eine positive Entwicklung, die sich aber noch verbessern muss und wird.


31 % Frauenanteil in der Führung

Nicht erst seitdem Politik und Öffentlichkeit so intensiv über die Frauenquote debattieren, beschäftigen wir uns bei Henkel mit der Förderung von Frauen in Managementpositionen. Diversity, also die Förderung von Vielfalt innerhalb der Belegschaft, ist fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. 2007 haben wir dafür einen eigenen Bereich Diversity & Inclusion etabliert, der das Thema strategisch vorantreibt. Dazu gehört natürlich die Förderung von Frauen im Management. So ist es uns gelungen, den Anteil von Frauen in Führungspositionen kontinuierlich von rund 26 Prozent im Jahr 2008 auf heute über 31 Prozent zu steigern.

Damit nimmt Henkel unter den DAX-30-Unternehmen eine führende Position ein. Und wir wollen diese Position weiter ausbauen. Denn wir sind davon überzeugt, dass die Einbindung von Menschen mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen, Ideen und Nationalitäten entscheidend für die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit eines globalen Unternehmens ist. In der heutigen Arbeitswelt, in der die Erwerbsbevölkerung altert und sogar schrumpft und in der sich die Halbwertzeit des Wissens ständig verkleinert, ist eine Öffnung zur Vielfalt dringend nötig, um dem Talente- und Fachkräftemangel erfolgreich zu begegnen.

Bei Diversity geht es uns jedoch nicht darum, bestimmte Quoten zu erfüllen. Unser Ziel ist es, den Anteil von Frauen in Führungspositionen weiter zu erhöhen – allerdings nicht über eine bindende Quote. Entscheidend ist, dass wir die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen, die es unseren Mitarbeitern ermöglichen, ihre Karriere mit ihrer privaten Lebensplanung zu vereinbaren. Denn eines ist klar: Als globales Unternehmen können wir es uns nicht leisten, auf das Potenzial hochqualifizierter Mitarbeiter zu verzichten. Das gilt für Frauen wie für Männer.


Der beste Kandidat erhält den Job

Qualifikation ist für uns das einzige Kriterium, das bei einer Stellenbesetzung den Ausschlag gibt. Fachliche und persönliche Kompetenz stehen an oberster Stelle. Leistung muss an objektiv messbaren Parametern festgemacht werden. Wenn wir heute eine Stelle besetzen, haben wir dennoch eine klare Vorgabe: Eine Person unter den letzten drei Kandidaten, die zur Auswahl stehen, muss jemand sein, der die Vielfalt-Kriterien in Hinblick auf Geschlecht, Alter oder Nationalität erfüllt. Doch den Job bekommt immer der beste Kandidat. Das Geschlecht darf keine Qualifikation sein. Keine Frau will eine Quotenfrau sein. Zudem sorgen Quoten weniger für Chancengleichheit als vielmehr für Ergebnisgleichheit.

Für mich geht es nicht darum, dass Frauen sich gegen Männer durchsetzen. Das Ziel ist, dass Frauen ihre Chancen erhalten und sie auch annehmen, um beruflich voranzukommen. Dazu gehört auch, sich seinen Fähigkeiten und seinen Wünschen bewusst zu sein und Karrierechancen selbstbewusst zu ergreifen.

 


Ohne Flexibilität geht es nicht

Damit Frauen in einem Unternehmen Karriere machen können, müssen die Rahmenbedingungen in dem jeweiligen Betrieb stimmen. Dazu gehören flexible Arbeitsbedingungen. In Zeiten von Job-Sharing-Modellen, Teilzeitarbeitsmöglichkeiten, Heimarbeit und der Nutzung mobiler Kommunikation wird unser Arbeiten immer flexibler und unabhängiger von Zeit und Ort. Es geht nicht in erster Linie darum, am Arbeitsort anwesend zu sein, sondern eine bestimmte Leistung zu erfüllen. Wir wollen weg von einer Präsenzkultur hin zu einer ergebnisorientierten Leistungskultur. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass sich Fähigkeiten und Talente nur dann optimal nutzen lassen, wenn die Mitarbeitenden auch die Herausforderungen von beruflichem und privatem Leben erfolgreich meistern können.

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen liegt bei Henkel heute über 31 Prozent. Unser Ziel ist es, diesen Anteil um ein bis zwei Prozentpunkte pro Jahr weltweit zu erhöhen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass uns dies gelingt. Bereits die Hälfte der Anwärter in unserem „Talent-Pool“ ist heute weiblich. Das wird sich früher oder später auch in unseren oberen Führungsebenen widerspiegeln.


Henkel AG & Co. KGaA
Die Henkel AG & Co. KGaA ist weltweit führend mit Marken und Technologien für Wasch- und Reinigungsmittel, in der Schönheitspflege und für Klebstoffe. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Düsseldorf erzielte 2013 einen Umsatz von 16,4 Mrd. Euro und ein bereinigtes betriebliches Ergebnis von 2,5 Mrd. Euro. Von den rund 47.000 Mitarbeitern sind mehr als 80 Prozent außerhalb Deutschlands beschäftigt. Die Familie Henkel hält rund 59 Prozent der Stimmrechtsanteile. Die Aufsichtsratsvorsitzende und Vorsitzende des Gesellschafterausschusses des Henkel-Konzerns, Dr. Simone Bagel-Trah, ist die Ur-Ur-Enkelin von Fritz Henkel, der das Unternehmen 1876 in Aachen gründete. Die Vorzugsaktien von Henkel sind im DAX notiert.
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