Stiftung Familienunternehmen veröffentlicht Studie über Folgen von Substanzsteuern: „Die Vermögensteuer nagt am Eigenkapital“
München, 11.06.2013

Stiftung Familienunternehmen veröffentlicht Studie über Folgen von Substanzsteuern: „Die Vermögensteuer nagt am Eigenkapital“

Die Stiftung Familienunternehmen hat heute die wissenschaftliche Studie „Die Folgen von Substanzsteuern für Familienunternehmen, Staat und Gesellschaft“ veröffentlicht. Die Untersuchung des Zentrums für Europäische Wirtschaftspolitik (ZEW) belegt, dass eine Vermögensteuer oder -abgabe die Investitionsbedingungen verschlechtern und das Eigenkapital der Firmen angreifen wird.

„Eine Vermögensteuer kann in Kombination mit den Ertragsteuern und der Erbschaftsteuer in die Vermögenssubstanz eingreifen und vor allem in Krisenzeiten konfiskatorische Wirkungen entfalten“, sagt Prof. Dr. Christoph Spengel (Universität Mannheim), der die Auswirkungen der Pläne von SPD, Grünen und Die Linke untersucht hat.

„Die Familienunternehmen sollen eine Steuer bezahlen, unabhängig davon ob und wie viel die Firma verdient. Diese Steuer nagt am Bestand des Eigenkapitals“, erklärt dazu Prof. Dr. Dr. h.c. Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen. „Die Ergebnisse der Studie werden die Diskussion über eine höhere Belastung von Vermögen versachlichen.“

Nach der Studie kann sich die Einführung einer Vermögensteuer oder -abgabe auch negativ auf die künftigen Einnahmen des Finanzministers auswirken: Eine Vermögensteuer setzt Anreize zur Verlagerung von Betriebs- und Privatvermögen ins Ausland. Durch die Errichtung von Holdingstrukturen im Ausland und die Fremdfinanzierung deutscher Unternehmen kann das steuerpflichtige Vermögen in Deutschland weiter reduziert werden. Dadurch würde die Bemessungsgrundlage für die Einkommen- und Gewinnsteuern in Deutschland schrumpfen.

Das ZEW hat weiter die OECD-Vermögensteuerstatistik analysiert und kommt zu dem Schluss, dass bereits jetzt Erbschaften und Schenkungen in Deutschland im internationalen Vergleich überdurchschnittlich besteuert werden. „In kaum einem Industrieland werden Erbschaft- und Vermögensteuer gleichzeitig erhoben, so wie dies die Opposition im Bundestag vorsieht“, warnt Hennerkes.

Zudem ist nicht erkennbar, dass die Erhebung der Vermögensteuer eine gleichmäßigere Vermögensverteilung bewirkt. Länder wie Norwegen, Schweiz und Frankreich verfügen über Vermögensteuern, weisen aber eine, gemessen am Gini-Koeffizienten, ungleichere Vermögensverteilung auf als Deutschland.

Die Steuerpläne der Oppositionsparteien insgesamt würden eine Personengesellschaft, die unter den Familienunternehmen am meisten verbreitete Gesellschaftsform, hart treffen. Ein Beispielsunternehmen (126 Millionen Euro Bilanzsumme, 4,1 Mio. Jahresergebnis) müsste nach den Vorschlägen der SPD fast 24 Prozent mehr Steuern bezahlen, nach den Grünen 40 Prozent und nach der Linken 101 Prozent.
Andre Tauber
Leiter Kommunikation

Stiftung Familienunternehmen
Prinzregentenstraße 50
D-80538 München

Telefon: +49 (0) 89 / 12 76 400 06

E-Mail: tauber(at)familienunternehmen.de
Internet: www.familienunternehmen.de

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