Entwicklung der Steuern von Einkommen und Ertrag

Der Beitrag der Familienunternehmen zum Steueraufkommen in Deutschland

Entwicklung der Steuern von Einkommen und Ertrag

 

 

Die Stiftung Familienunternehmen hat das ifo Institut im Jahr 2015 damit beauftragt, das Ertragsteueraufkommen der deutschen Familienunternehmen zu ermitteln. Als Fazit der Untersuchung lassen sich folgende Ergebnisse festhalten:

  • Unter Berücksichtigung der Datenlage wird das Ertragsteueraufkommen der TOP 500 Familienunternehmen in den Jahren 2009-2013 auf durchschnittlich 15,62 Mrd. Euro pro Jahr geschätzt. Davon entfallen geschätzt ca. 10,81 Mrd. Euro auf das Inland.
  • Als Summe des Ertragsteueraufkommens der übrigen Familienunternehmen, die nicht zu den TOP 500 gehören, legen die Schätzungen einen mittleren Schätzwert von 45,39 Mrd. Euro nahe. Davon entfallen ca. 36,01 Mrd. Euro auf das Inland.
  • Alle Familienunternehmen zusammen zahlten in den Jahren 2009-2013 im Durchschnitt (geschätzt) ca. 46,81 Mrd. Euro an Ertragsteuern in Deutschland. Dies entspricht ca. 41,7 Prozent des gesamten Ertragsteueraufkommens in Deutschland.
  • Das Ertragsteueraufkommen der TOP 500 Familienunternehmen wird mit dem Ertragsteueraufkommen der 27 nicht-familienkontrollierten DAX-Konzerne verglichen. Das Ertragsteueraufkommen der nicht-familienkontrollierten DAX-Konzerne im In- und Ausland lag über die Jahre 2009-2013 im Durchschnitt bei (geschätzt) ca. 26,4 Mrd. Euro. Davon entfielen durchschnittlich ca. 11,16 Mrd. Euro auf das Inland.
  • Für einen Vergleich der Steuerbelastung werden sogenannte implizite Steuersätze berechnet (Anteil der Steuerzahlung am Gewinn vor Steuern). Bei den TOP 500 Familienunternehmen ergibt sich aus den Berechnungen ein impliziter Steuersatz für den Untersuchungszeitraum von durchschnittlich 28 Prozent, wenn nur Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und die von den Unternehmen gezahlte Kapitalertragsteuer betrachtet werden. Werden auch die Einkommensteuer der Gesellschafter von Personengesellschaften und die Abgeltungsteuer auf Ausschüttungen der Kapitalgesellschaften berücksichtigt, steigt der (geschätzte) implizite Steuersatz auf 40 Prozent. Für die TOP 500 Familienunternehmen weisen die Ergebnisse damit auf deutlich höhere implizite Steuersätze hin als bei den nicht-familienkontrollierten DAX-Konzernen, deren (geschätzte) implizite Steuersätze bei 25 Prozent bzw. 33 Prozent liegen.
„Eine Differenz von drei Prozentpunkten zwischen der Belastung der 500 größten Familienunternehmen und der Nicht-Familienunternehmen im DAX stellt eine relevante Größe dar, die sich auf unternehmerische Entscheidungen auswirken kann.“

Prof. Dr. Thiess Büttner , Lehrstuhl für Finanzwissenschaften, Universität Erlangen-Nürnberg
 

Implizite Steuersätze (Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Kapitalertragsteuer)

Zum Studien-Design (Grundannahmen)

  • Die Studie betrachtet das Aufkommen aus Ertragsteuern. Die Ertragsteuern setzen sich bei Kapitalgesellschaften aus Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag (Unternehmensebene) und Kapitalertragsteuer zusammen. Bei Personengesellschaften setzen sich die Ertragsteuern aus der Gewerbesteuer, der Kapitalertragsteuer und der Einkommensteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag, die auf Ebene der Gesellschafter anfallen, zusammen.
  • Datengrundlage der Studie sind die gezahlten Ertragsteuern der TOP 500 Familienunternehmen (nach Beschäftigung). Um die Steuerzahlungen aller deutschen Familienunternehmen abschätzen zu können, werden die gewonnenen Daten der TOP 500 auf die Gesamtzahl der Familienunternehmen hochgerechnet (Extrapolation).
  • Die Ergebnisse der Studie stellen Schätzungen dar, die mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind. Der Grund hierfür ist insbesondere das Fehlen aussagekräftiger amtlicher Statistiken zum auf Unternehmen entfallenden Anteil des Gesamtsteueraufkommens.
  • Bei der Differenzierung zwischen Steuerzahlungen in Deutschland und Steuerzahlungen im Ausland treten Schwierigkeiten bei der Erfassung von Direktinvestitionen und steuerplanerischen Aktivitäten auf. Für Unternehmen, die in ihren Geschäftsberichten keine Angaben dazu machen, in welchem Land die Steuern gezahlt wurden, wird daher mit stark stilisierten Annahmen darüber gearbeitet, welcher Anteil der Steuern im Inland gezahlt wird und welcher Anteil auf das Ausland entfällt.

 

Video "Steuerbeitrag der Familienunternehmen in Deutschland"
 

 

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