Der Steuerbeitrag der Familienunternehmen

 

Steuerbeitrag der Familienunternehmen
Unternehmenssteuern im internationalen Vergleich
Besteuerung von Personengesellschaften
Material zum Thema Steuerbeitrag der Familienunternehmen

 

Die Bedeutung der Unternehmenssteuern hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Im Jahr 2009 wurden noch knapp 91 Milliarden Euro an Unternehmenssteuern entrichtet. Der Wert wuchs dank des starken Wirtschaftswachstums bis 2017 auf rund 170 Milliarden Euro an. Gleichzeitig stieg auch der Anteil der Unternehmenssteuern am Gesamtsteueraufkommen von 16 auf 23 Prozent.

Beitrag der Familienunternehmen zum Steueraufkommen

Dies sind zentrale Ergebnisse einer Studie der Stiftung Familienunternehmen, die das ifo Institut in regelmäßigen Abständen für die Stiftung Familienunternehmen erstellt. Die Untersuchung des ifo-Instituts nutzt Jahresabschlussdaten, um den Steuerbeitrag der Familienunternehmen in Deutschland zu ermitteln. Berücksichtigt werden die Unternehmenssteuern im Rahmen von Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer (KStG), Kapitalertragsteuer, Einkommensteuer (EStG) und Solidaritätszuschlag.

Steuerbeitrag der Familienunternehmen

Der Untersuchung zufolge zahlten Familienunternehmen in den Jahren 2010 bis 2018 etwa 67 Milliarden Euro pro Jahr an Unternehmenssteuern in Deutschland. Das sind in etwa 48 Prozent des Gesamtaufkommens an Unternehmenssteuern. Auf die 500 größten Familienunternehmen entfielen davon rund 12 Milliarden Euro, also ein knappes Fünftel.

Die Studie weist nach, dass große Familienunternehmen besonders stark besteuert werden. Die durchschnittliche Besteuerung der 500 größten deutschen Familienunternehmen liegt schon auf Unternehmensebene bei etwa 28 Prozent. Unter Berücksichtigung der Steuern auf Gesellschafterebene (Einkommensteuer der Gesellschafter von Personengesellschaften bzw. Abgeltungsteuer auf Ausschüttungen von Kapitalgesellschaften) errechnet sich eine durchschnittliche Belastung von fast 38 Prozent. Erträge der Dax-Konzerne, die keine Familienunternehmen sind, sind unter Berücksichtigung der Besteuerung der Gesellschafter dagegen nur mit gut 26 Prozent belastet.

 

Steuerbeitrag der Familienunternehmen

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Unternehmen tragen einen immer größeren Anteil an den gesamten Steuerlasten. Zwischen 1998 und 2017 stieg er von 16 auf 23 Prozent. Knapp die Hälfte davon tragen die Familienunternehmen. Außerdem liegt auch die Steuerquote der Familienunternehmen höher, als die der Nicht-Familienunternehmen. Das Erklär-Video fasst die wichtigsten Ergebnisse der Studie "Der Beitrag der Familienunternehmen zum Steueraufkommen in Deutschland - Entwicklung der Steuern von Einkommen und Ertrag", die im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen erstellt wurde, zusammen.

Unternehmenssteuern im internationalen Vergleich

Die vorliegende Studie zeigt auf, dass Raum für Steuersenkungen für die Unternehmen besteht. Das Aufkommen aus den Unternehmenssteuern ist in den vergangenen Jahren sehr stark angestiegen. Im Jahr 2009 wurden noch knapp 91 Milliarden Euro an Unternehmenssteuern entrichtet. Der Wert wuchs dank des starken Wirtschaftswachstums bis 2017 auf rund 170 Milliarden Euro an. Die hohen Steuerzahlungen gehen einher mit einer deutlichen Verschlechterung der steuerlichen Standortbedingungen gegenüber anderen Ländern. Während international in vielen Ländern die Belastung deutlich gesenkt wurde, erfolgte die letzte Anpassung hin zu einer wettbewerbsfähigen Besteuerung in Deutschland im Jahr 2008.

Deutschland gilt international als Hochsteuerland für Unternehmen. Im Länderindex Familienunternehmen, der die Attraktivität von 21 Industriestaaten auf Basis objektiver Daten bemisst, liegt Deutschland in der Kategorie Steuern sogar auf dem vorletzten Platz. Eine Unternehmensbefragung im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen wies bereits nach, dass niedrigere Steuern die Investitionsbereitschaft von Familienunternehmen stärken würden.

Besteuerung von Personengesellschaften

Besonderen Handlungsbedarf gibt es beispielsweise bei der Besteuerung von Personengesellschaften. Bislang werden sie gegenüber Kapitalgesellschaften steuerlich schlechter gestellt. Unter Berücksichtigung der Besteuerung der Gesellschafter liegt die Steuerbelastung der Personalgesellschaften im Kreis der TOP 500 Familienunternehmen mit etwa 41,5 Prozent um rund sechs Prozentpunkte über der Belastung der als Kapitalgesellschaft geführten Familienunternehmen (etwa 35,5 Prozent).

Besteuerung von Personengesellschaften

Die Benachteiligung von Personengesellschaften gilt insbesondere dann, wenn sie Gewinne thesaurieren, also im Unternehmen behalten. Die thesaurierten Gewinne unterliegen den individuellen Steuersätzen der Gesellschafter, die deutlich höher sind als die Belastung nicht ausgeschütteter Gewinne in Kapitalgesellschaften. Die durch die Unternehmenssteuerreform in das Einkommensteuergesetz eingefügte Sonderregel für thesaurierte Gewinne in Personenunternehmen wird von den Unternehmen kaum genutzt, da sie zu einer noch höheren Gesamtbelastung führen kann und großen Aufwand verursacht, wie die Studie anhand einer Umfrage unter den betroffen Unternehmen belegt. 62 Prozent der Familienunternehmen in Deutschland sind Einzelunternehmen bzw. Personengesellschaften. Bei den Familienunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern liegt der Anteil bei einem Viertel.