Stiftung Familienunternehmen: Wirtschaftliche Interessen in Brexit-Gesprächen beachten statt politische Exempel statuieren
London, 19.07.2017

Stiftung Familienunternehmen: Wirtschaftliche Interessen in Brexit-Gesprächen beachten statt politische Exempel statuieren

Wirtschaftspraktische Lösungen müssen in allen Fragen rund um den Brexit im Vordergrund stehen, fordert die Stiftung Familienunternehmen. „Die Unterhändler in London, Brüssel und Berlin müssen Schaden für Unternehmen auf beiden Seiten des Kanals abwenden“, sagt Stiftungsvorstand Alfons Schneider anlässlich eines Delegationsbesuchs in London. „Beide Seiten sollten angesichts der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen davon absehen, politische Exempel zu statuieren.“

Das Ziel der Verhandlungen sollten pragmatische Lösungen sein. Schneider sagte: „Das Vereinigte Königreich sollte einen Status als Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums anstreben, um deutschen und britischen Familienunternehmen baldmöglichst wieder Planungssicherheit zu gewähren.“ Diese Lösung entspreche dem „Modell Norwegen“. Sollte das innenpolitisch nicht durchsetzbar sein, sei das „Modell Türkei“ – also die Mitgliedschaft wenigstens in der Zollunion – die nächstbeste Lösung. Unerlässlich seien aus Sicht der Wirtschaft in jedem Fall großzügige Übergangsfristen.

„Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Kontinentaleuropa und dem Vereinigten Königreich sind historisch über Jahrzehnte gewachsen. Sie durch den Brexit zu zerschlagen oder rückabzuwickeln, hätte einen maximalen Schaden zur Folge“, sagte Schneider. Die Unternehmen müssten auch künftig Fachkräfte schnell und unkompliziert nach Großbritannien entsenden können. Es müsse zudem sichergestellt werden, dass Unternehmen nicht durch Wegzugssteuern sowie nach Generationenwechseln geschwächt würden.

Zusammen mit der Stiftung sind 25 Eigentümer großer deutscher Familienunternehmen nach Großbritannien gereist. Als Gast des britischen Parlaments sowie der Deutschen Botschaft in London trifft die Delegation dort Abgeordnete und Vertreter der britischen Wirtschaft. Die Reise ist ein Gegenbesuch, nachdem zuvor Parlamentarier aus dem House of Commons und dem House of Lords im „Haus des Familienunternehmens“ in Berlin zu Gast waren.

Weitere Informationen:

Andre Tauber
Leiter Kommunikation

Stiftung Familienunternehmen
Prinzregentenstraße 50
D-80538 München

Telefon: +49 (0) 89 / 12 76 400 06

E-Mail: tauber(at)familienunternehmen.de
Internet: www.familienunternehmen.de


Photo: © TTstudio | fotolia.de
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok
Datenschutzerklärung