Nachfolge in Familienunternehmen

 

Deutschlands nächste Unternehmergeneration
Nachfolgeplanung frühzeitig einleiten
Nachfolgebereitschaft ist stark angestiegen
Nachfolger sind bereit, als Unternehmer auch neue Wege zu gehen
Material zum Thema Nachfolge

 

Die Unternehmensnachfolge gehört zu den prägenden Momenten eines Familienunternehmens. Es geht schließlich darum, die Schlüsselposition in einem Betrieb langfristig zu besetzen. Die Tragweite für den Betrieb und die Mitarbeiter ist enorm. Auch für die deutsche Wirtschaft hat die Nachfolge in Familienunternehmen eine große Bedeutung.

Viele der großen Familienunternehmen in Deutschland haben mindestens eine Unternehmensnachfolge erfolgreich durchgeführt. Sie wissen, dass die Aufgabe am ehesten gelingt, wenn sich Familie und Unternehmen frühzeitig mit der Nachfolgeplanung befassen. 

Die Stiftung Familienunternehmen wirft in ihrer Umfragereihe "Deutschlands nächste Unternehmergeneration" einen genauen Blick auf die Nachfolgegeneration in Familienunternehmen. Dabei werden Fragen erörtert, wie die Nachfolger denken, welche Werte sie als Unternehmer in der Wirtschaft und Gesellschaft vertreten, wie sie ihre Ziele definieren und welche Rolle ihre eigene Familie dabei spielt.

 

Deutschlands Nachfolger

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Deutschlands nächste Generation in Familienunternehmen bringt Unternehmergeist mit. 67 Prozent von ihnen wollen das Unternehmen ihrer Familie weiterführen. Mehr als die Hälfte der Nachfolger kann sich auch vorstellen, selbst zu gründen. Die junge Generation ist auch bereit, die digitale Transformation anzupacken. Was die Umfrage der Stiftung Familienunternehmen ergeben hat, erklärt unser Video zu Deutschlands nächster Unternehmergeneration.

Deutschlands nächste Unternehmergeneration

Deutschlands nächste Unternehmergeneration steht bereit, Verantwortung zu übernehmen, doch die Nachfolgemodelle werden individueller. Das ist ein wesentliches Ergebnis der Studienreihe der Stiftung Familienunternehmen, die das Friedrichshafener Institut für Familienunternehmen (FIF) durchgeführt hat.

Es handelt sich mit 1.625 Befragungen um die umfangreichste Untersuchung im deutschsprachigen Raum. Die Studie befasst sich mit den Werten und Einstellungen, aber auch den unternehmerischen Plänen der Nachfolgergeneration. An der Umfrage beteiligte sich die junge Generation in Familienunternehmen aller Größenklassen – vom Kleinbetrieb mit wenigen Mitarbeitern bis hin zu großen und international tätigen Unternehmen.

Deutschlands nächste Unternehmergeneration ist besser ausgebildet denn je und für verschiedene Optionen offen. Potenzielle Nachfolger können als Geschäftsführer, Beiräte oder Gesellschafter wichtige Funktionen übernehmen. Die Nachfolgemodelle sind in den vergangenen Jahren vielfältiger geworden. Unabhängig von der Rolle, die sie später einmal übernehmen, fühlen sich die potenziellen Nachfolger mit dem Familienunternehmen eng verbunden.

 

Nachfolgeplanung frühzeitig einleiten

Eine sorgfältige Nachfolgeplanung spielt eine entscheidende Rolle dabei, dass die Unternehmensnachfolge gelingt. Sie gilt darüberhinaus als elementarer Bestandteil der strategischen Unternehmensplanung. Nach gängiger Auffassung muss eine Nachfolgeplanung unabhängig vom Alter der Seniorengeneration jederzeit verfügbar sein. Dabei ist sie als dynamischer Prozess angelegt, der die sich wandelnde konkrete Familien- und Unternehmenssituation berücksichtigt.

Die Studie gibt Aufschluss über die jeweilige Nachfolgeplanung der Unternehmen. Fast die Hälfte der Befragten (43,6 Prozent) stimmt der Aussage zu, dass es in der Familie ein ungeschriebenes gemeinsames Verständnis der Rolle und der Verantwortlichkeiten der Seniorengeneration im Unternehmen für die Zeit nach der Übernahme durch die Nachfolger gibt. 18,5 Prozent geben an, dass in ihrem Familienunternehmen die Nachfolge schriftlich fixiert ist.

Die Nachfolgeplanung wird zudem heterogener. Das klassische Modell, wonach ein Familienmitglied die alleinige Unternehmensnachfolge antritt, verliert an Bedeutung. Lediglich 29 Prozent der Befragten geben an, Geschäftsführer müssten zwingend der Gesellschafterfamilie entstammen. Das sind im Mittel 4,3 Prozent weniger als noch vor zehn Jahren. 22 Prozent der Befragten vertreten die Ansicht, nur ein einziges Familienmitglied könne in die Geschäftsführung eintreten (minus 13 Prozent). 61,2 Prozent sehen es indes als wahrscheinlich an, dass ein Team aus Familienmitgliedern und Nicht-Familienmitgliedern die Geschäftsführung übernimmt.

 

Nachfolgebereitschaft ist stark angestiegen

Die junge Generation ist entschlossen, Verantwortung im Unternehmen zu übernehmen. 71 Prozent der Befragten sehen es als wahrscheinlich an, dass sie bis zum 40. Geburtstag Geschäftsführer des Familienunternehmens sein werden  und damit die Firmennachfolge in einer operativen Schlüsselposition antreten. Die Bereitschaft zur Übernahme dieser Rolle stieg in den vergangenen zehn Jahren im Mittel deutlich um 91 Prozent an. Gleichzeitig bringen die jungen Nachfolger unternehmerisches Selbstbewusstsein mit. Mehr als 81 Prozent der Befragten sind zuversichtlich, dass eine von ihnen geführte Firma langfristig Erfolg hat.

Deutschlands Nachfolger wollen intern in der Firma wie auch extern eigene Akzente setzen. In der Analyse der Werthaltungen sowie der Zukunftspläne wird deutlich, dass die nächste Unternehmergeneration einerseits ihren Wurzeln, der Tradition und dem Bestehenden im Unternehmen einen hohen Stellenwert einräumt. Andererseits plant der Unternehmernachwuchs, neue unternehmerische Impulse zu setzen.

 

Nachfolger sind bereit, als Unternehmer auch neue Wege zu gehen

Konkret sieht die nächste Unternehmergeneration enorme Chancen in der Digitalisierung und der Zusammenarbeit mit Start-ups. Dabei geht es in erster Linie darum, digitale Lösungen (75 Prozent) und neue Geschäftsmodelle (62 Prozent) zu entwickeln. Die Nachfolger nehmen dabei bewusst in Kauf, dass die Zusammenarbeit mit Start-ups auch kulturelle Unterschiede zu einem etablierten Familienunternehmen mit sich bringen kann. Als größte Herausforderung für Familienunternehmen in den kommenden zehn Jahren wird der Fachkräftemangel erachtet.

Die Studie zeigt auch, dass Werte und Verantwortung für die Nachfolger immer bedeutender werden. Die Zustimmung zu der Aussage „ein reines Gewissen zu haben“ stieg kontinuierlich (plus 7 Prozent auf 83 Prozent) sowie zur Aussage „so zu leben, dass der Mitmensch nicht geschädigt wird“ (plus 3 Prozent auf 90 Prozent). Politisches Engagement verliert hingegen stark an Bedeutung: Nur 30 Prozent der Vertreter der Nachfolgegeneration wollen sich politisch einbringen (minus 21 Prozent).

„Allen Unkenrufen zum Trotz steht eine Generation von Unternehmern zur Verfügung, die bereit und in der Lage ist, Verantwortung zu übernehmen.“
Stefan Heidbreder,
Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen.

 

Material zum Thema Nachfolge

Studie: Deutschlands nächste Unternehmergeneration | Stiftung Familienunternehmen
Erklär-Video: Deutschlands nächste Unternehmergeneration
Artikel aus der Süddeutschen Zeitung: Unternehmerkinder wollen Chefs werden

Artikel aus der "Süddeutschen Zeitung": „Unternehmerkinder wollen Chefs werden“


Informationsseite des bayerischen Wirtschaftsministeriums zum Thema Unternehmensnachfolge

Informationsseite des bayerischen Wirtschaftsministeriums zum Thema Unternehmensnachfolge, unterstützt von der Stiftung Familienunternehmen: www.unternehmensnachfolge-in-bayern.de