Stiftung Familienunternehmen | Familie – Auslaufmodell oder Garant für die Zukunft?
Stuttgart, 20.10.2014

Familie – Auslaufmodell oder Garant für die Zukunft?

Die Familie ist eine der beiden Säulen des Familienunternehmens. Doch die klassische Kombination „Vater, Mutter, Kind“, die sogenannte Kernfamilie, ist statistisch gesehen in Deutschland auf dem Rückzug und wird durch zahlreiche andere Familien-Konstellationen ersetzt. Dieser Wandel birgt große Herausforderungen für die Familienunternehmen und für die Gesellschaft. Ob die „Familie – Auslaufmodell oder Garant unserer Zukunft?“ ist, wird in der gleichnamigen Festschrift aus unterschiedlichen Perspektiven erörtert, die soeben anlässlich des 75. Geburtstags von Stiftungsvorstand Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Brun-Hagen Hennerkes erschienen ist.

41 Autoren – Philosophen, Soziologen und Historiker, Politiker und Unternehmer, Journalisten und Kardinäle – haben sich der Frage des Titels gestellt. Ihre Antworten und Beiträge spiegeln die aktuellen weltanschaulichen und gesellschaftspolitischen Diskussionen im Kontext der Veränderungen des Konstrukts „Familie“ wider. Prof. Rainer Kirchdörfer, ebenfalls Vorstand der Stiftung Familienunternehmen und langjähriger Partner in der Kanzlei mit Brun-Hagen Hennerkes, sowie George Augustin, Professor für Fundamentaltheologie und Dogmatik in Vallendar und langjähriger enger Weggefährte von Hennerkes, haben das Buch herausgegeben.

Ein Symptom und gleichzeitig eine Folge der Veränderung von Familie ist die sinkende Geburtenrate. „Deutschlands demografische Zeitbombe tickt“, warnt der Ökonom Prof. Hans-Peter Sinn. Dass dies gravierende Folgen für das deutsche Rentensystem hat, davor verschließt die Politik noch immer die Augen. Sinn sieht darin nicht weniger als eine „gefährliche Zerreißprobe für die deutsche Demokratie“. Er skizziert in seinem Beitrag, wie das Rentensystem zu reformieren ist, um insbesondere Anreize für eine Familienplanung mit Kindern zu setzen. Konkret schlägt er u.a. vor: Erwerbstätige sollten in ihren Rentenbeiträgen proportional der Anzahl ihrer Kinder entlastet werden.

Auch der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Hans-Jürgen Papier, führt in seinem Beitrag für die Festschrift einen Lösungsvorschlag an, mit dem Familien mit Kindern seitens des Gesetzgebers ein Vorteil eingeräumt würde. Ein möglicher Hebel wäre die Einführung des Familiensplittings. Er begründet: Das Ehegattensplitting schwinde in seiner Bedeutung als Anerkennung für Eltern und Mutterschaft und wandle sich in eine reine Ehesubvention. Eine gänzliche Abschaffung oder eine Deckelung sieht er jedoch aus verfassungsrechtlicher Perspektive kritisch, denn das Ehegattensplitting knüpfe an die durch die Ehe begründete gegenseitige Unterhaltsverpflichtung an. „Der Einführung eines Familiensplittings als solchen dürften indes keine grundsätzlichen Bedenken entgegengehalten werden“, fasst Papier zusammen.

Die Festschrift ist im Herder-Verlag erschienen und ab sofort in allen Buchhandlungen zu bestellen.

Andre Tauber
Leiter Kommunikation

Stiftung Familienunternehmen
Prinzregentenstraße 50
D-80538 München

Telefon: +49 (0) 89 / 12 76 400 06

E-Mail: tauber(at)familienunternehmen.de
Internet: www.familienunternehmen.de

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok
Datenschutzerklärung