Unternehmerisch und besonnen – die Pläne und Werte von Deutschlands nächster Unternehmergeneration
München, 11.12.2017

Unternehmerisch und besonnen – die Pläne und Werte von Deutschlands nächster Unternehmergeneration

Die nächste Unternehmergeneration in Familienunternehmen strebt selbstbewusst in die unternehmerische Verantwortung. Das ist ein wesentliches Ergebnis der jüngsten Fortführung der Studienreihe „Deutschlands nächste Unternehmergeneration“ der Stiftung Familienunternehmen, die das Friedrichshafener Institut für Familienunternehmen (FIF) durchgeführt hat. 67 Prozent der Befragten sehen eine Rolle als Geschäftsführer im eigenen Familienunternehmen als wahrscheinlich an.

Für die potenziellen Unternehmensnachfolger kommt gleichwohl auch die Gründung eines eigenen Unternehmens in Betracht. 45 Prozent der Befragten sehen es als wahrscheinlich an, dass sie ein eigenes Unternehmen gründen. 25 Prozent sehen eigene unternehmerische Erfahrung auch als Vorbereitung auf die Nachfolge im Familienunternehmen an.

„Die nächste Generation identifiziert sich mit ihrem Unternehmen und steht für eine Rolle als Geschäftsführer, Beirat oder Gesellschafter bereit. Damit übernimmt sie langfristige Verantwortung in einer Zeit, in der die Wirtschaftswelt zunehmend kurzatmiger wird“, sagt Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen. „Mit Blick auf die digitale Transformationen zeichnet die Erhebung das Bild einer Generation, die Traditionen fortführen, aber auch neue Wege beschreiten will.“

Gesellschafter von Familienunternehmen streben eine generationenübergreifende Verbundenheit mit dem Unternehmen an. 76 Prozent der Befragten erklären, dass die erfolgreiche Unternehmensübergabe an die nächste Generation ein wichtiges Ziel sei. Damit wird auch die Stabilität von Unternehmen gesichert: 74 Prozent der Befragten geben an, dass Familienunternehmen in ihrer Investitionspolitik einen langfristigen Horizont haben.

„Die Vertreter der nachrückenden Generation sind eng mit den klassischen Werten und Traditionen des Familienunternehmens verbunden“, sagt Prof. Dr. Reinhard Prügl vom Friedrichshafener Institut für Familienunternehmen (FIF) an der Zeppelin Universität. „Gleichzeitig sind sie aber auch entschlossen, neue unternehmerische Impulse zu setzen, insbesondere in der Digitalisierung.“

Die junge Generation hat ehrgeizige Pläne, die Digitalisierung im eigenen Unternehmen anzutreiben. Nur 28 Prozent geben an, mit dem Stand der Digitalisierung zufrieden zu sein, 43 Prozent stimmen dieser Aussage nicht zu. Die junge Generation fordert selbstbewusst Freiräume ein, ihre Ideen zu realisieren. Die potenziellen Unternehmensnachfolger vertrauen dabei auf die Stärken im eigenen Unternehmen. Im engen Kontakt mit Kunden wollen sie die Chancen der Digitalisierung nutzen. Kooperationen mit Startups und Forschungseinrichtungen spielen für sie bis dato in diesem Zusammenhang kaum eine Rolle. Die Unternehmensnachfolger wollen zudem die digitalen Kompetenzen der Mitarbeiter durch Fort- und Weiterbildung stärken (72 Prozent Zustimmung).

„Die nachrückende Generation erkennt die Chancen der Digitalisierung, bleibt dabei aber besonnen“, sagt Heidbreder. „Sie setzt auf Tugenden, die den Erfolg von Familienunternehmen in den vergangenen Jahrzehnten mit begründeten: Kundenorientierung, Innovationskraft und Vertrauen auf die eigenen Stärken.“

An der empirischen Studie „Deutschlands nächste Unternehmergeneration“ beteiligten sich 357 Vertreter der nachrückenden Unternehmergeneration zwischen 16 und 40 Jahren. Die Befragung ist damit die umfangreichste Erhebung unter potenziellen Nachfolgern in Familienunternehmen im deutschsprachigen Raum. Seit 2010 wird die Studie im Zweijahrestakt mit jeweils aktuellen Schwerpunktthemen durchgeführt.

Download der Studie „Deutschlands nächste Unternehmergeneration. Eine empirische Untersuchung der Einstellungen, Werte und Zukunftspläne 4. Auflage und Schwerpunkt ‚Digitalisierung‘“ unter www.familienunternehmen.de

Mehr als 90 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind Familienunternehmen. Die gemeinnützige Stiftung Familienunternehmen setzt sich für den Erhalt dieser Familienunternehmenslandschaft ein. Sie ist der bedeutendste Förderer wissenschaftlicher Forschung auf diesem Feld und Ansprechpartner für Politik und Medien in wirtschaftspolitischen, rechtlichen und steuerlichen Fragestellungen.

Weitere Informationen:

Andre Tauber
Leiter Kommunikation

Stiftung Familienunternehmen
Prinzregentenstraße 50
D-80538 München

Telefon: +49 (0) 89 / 12 76 400 06

E-Mail: tauber(at)familienunternehmen.de
Internet: www.familienunternehmen.de

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