Berlin, 28.06.2019

Familienunternehmen mahnen: Bundesregierung muss Erosion der Standortbedingungen stoppen

Die Stiftung Familienunternehmen ruft Bundesregierung und Bundestag auf, mit einem Programm zur Stärkung des Standortes eine weitere Abschwächung des Wachstums zu verhindern. „Die zehn fetten Jahre sind vorbei“, sagte Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, auf dem „Tag des deutschen Familienunternehmens“ in Berlin. „Die Bundesregierung sollte nicht die Hände in den Schoß legen und auf bessere Zeiten warten.“

Vordringlich seien Reformen in der Steuer- und Energiepolitik. Außerdem dürften Familienunternehmen nicht länger durch überbordende Transparenzvorschriften im Wettbewerb beeinträchtigt werden. „Datenschutz darf nicht nur für Privatleute gelten, sondern auch für Unternehmen und deren Gesellschafter“, sagte Kirchdörfer unter Verweis auf die geplante Öffnung des Transparenzregisters für jedermann.

Er machte die Bemerkungen anlässlich der Eröffnung des „Tag des deutschen Familienunternehmens“ in Berlin. 350 Gäste aus dem Kreis bedeutender Familienunternehmen diskutieren hier unter anderem über die Industriestrategie der Bundesregierung, die Entwicklung der Europäischen Union, den sich verschärfenden Systemwettbewerb mit China sowie die US-Handelspolitik.

Dass seit einigen Monaten über eine deutsche beziehungsweise europäische Industriestrategie gesprochen werde, sei positiv, betonte Kirchdörfer. „Die Debatte zur Industriepolitik in unserem Land kommt zum richtigen Zeitpunkt. Der Bundeswirtschaftsminister hat wichtige Fragen aufgeworfen. Das begrüßen wir ausdrücklich“, sagte er. Er verwies auf Chinas ehrgeizigen Plan „Made in China 2025“, der eine führende Stellung der Volksrepublik in zehn Schlüsseltechnologien zum Ziel hat.

Gleichwohl warnte Kirchdörfer davor, dem internationalen Trend zu immer mehr Protektionismus zu folgen. „Wie nur wenige Länder auf der Welt sind gerade wir auf offene ausländische Märkte angewiesen“, sagte er. „Die protektionistische Politik anderer Staaten sollten wir nicht übernehmen. Es kann für uns keine Lösung sein, schlechte Beispiele zu kopieren.“

Auch staatliche Eingriffe in die Wirtschaft seien nicht zielführend. „Mit staatlicher Intervention, von der manche in Paris und Brüssel träumen, kommen wir nicht weit. Wir sollten auf unsere deutschen und europäischen Stärken setzen. Das sind in Deutschland: eine breite Aufstellung in Handwerk, Dienstleistung, Handel und Industrie, eine gute Sozialpartnerschaft. Und ganz wesentlich: Eine einzigartige Vielfalt von Familienunternehmen, darunter auch viele große global tätige, um die wir im Ausland beneidet werden, die mit leistungsfähigen Konzernen gut zusammenarbeiten.“

Kirchdörfer rief auch dazu auf, die Konfliktspirale in den internationalen Handelsbeziehungen zu verlassen. „Die Folgen des von den USA ausgehenden Handelsstreits sind immer deutlicher zu spüren“, sagte er. „Es wäre zu wünschen, dass die USA und China den gerade stattfindenden G-20-Gipfel in Japan für ein positives Signal nutzen.“

Der „Tag des deutschen Familienunternehmens“ findet zum 12. Mal statt. Zu den politischen Gästen zählen die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, der FDP-Vorsitzende Christian Lindner, US-Botschafter Richard Grenell sowie der Gouverneur der Banque de France François Villeroy de Galhau und EU-Kommissar Günther Oettinger.

Mehr als 90 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind Familienunternehmen. Die gemeinnützige Stiftung Familienunternehmen setzt sich für den Erhalt dieser Familienunternehmenslandschaft ein. Sie ist der bedeutendste Förderer wissenschaftlicher Forschung auf diesem Feld und Ansprechpartner für Politik und Medien in wirtschaftspolitischen, rechtlichen und steuerlichen Fragestellungen. Die 2002 gegründete Stiftung wird mittlerweile getragen von über 500 Firmen aus dem Kreis der größten deutschen Familienunternehmen.

Weitere Informationen:

Andre Tauber
Leiter Kommunikation

Stiftung Familienunternehmen
Prinzregentenstraße 50
D-80538 München

Telefon: +49 (0) 89 / 12 76 400 06
Mobil: +49 (0) 172 / 63 190 09

E-Mail: tauber(at)familienunternehmen.de
Internet: www.familienunternehmen.de


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