München, 12.09.2019

30 Jahre nach dem Mauerfall: Familienunternehmen prägen die Volkswirtschaft in den neuen Bundesländern – und gewinnen deutlich an Stärke

Die von Familienunternehmen geprägte Unternehmenslandschaft in den neuen Bundesländern gleicht sich zunehmend der in den alten Bundesländern an. „Im Zeitverlauf der nunmehr drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall nähert sich die Zusammensetzung der Gesamtheit der Familienunternehmen in den neuen Bundesländern mehr und mehr der Situation im ehemaligen Westdeutschland an“, heißt es in einer Studie, die im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen vom ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erstellt wurde.

Der Studie zufolge stieg insbesondere der Anteil großer Familienunternehmen am Gesamtbestand der Familienunternehmen. Der Prozentsatz der Familienunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern in den neuen Bundesländern wuchs zwischen 1993 und 2017 von sieben auf 18 Prozent an – und erreichte damit denselben Wert wie im ehemaligen Westdeutschland. Der Anteil der Familienunternehmen mit 250 bis 499 Mitarbeitern stieg sogar von 17 auf 27 Prozent. In den alten Bundesländern gehören nur 26 Prozent der Familienunternehmen dieser Größenklasse an.

„Familienunternehmen haben sich in den 30 Jahren nach dem Mauerfall zu einer tragenden Säule der Volkswirtschaft in den neuen Bundesländern entwickelt. Viele von ihnen stehen mittlerweile erfolgreich im internationalen Wettbewerb“, sagt Professor Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen. „Das ist eine gute Nachricht. Denn Familienunternehmen tragen maßgeblich zu Beschäftigung und Wohlstand bei – und zwar nicht allein in den Metropolen, sondern gerade auch im ländlichen Raum.“

Die Studie zeigt auch, dass sich die Familienunternehmen in den neuen Bundesländern zunehmend in den Händen regional ansässiger Familien befinden. Der Anteil familienkontrollierter Unternehmen, die ausschließlich Eigentümer aus dem Westen hatten, ging zwischen 2001 und 2017 deutlich zurück. Im Jahr 2001 war noch knapp ein Drittel der Familienunternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern ausschließlich in westdeutscher Hand. 2017 sind es nur noch rund zehn Prozent gewesen.

Insgesamt ist der Prozentsatz familienkontrollierter Unternehmen in den neuen Bundesländern mit 92 Prozent höher als in den alten Bundesländern (89 Prozent). Die Bundesländer mit den höchsten Anteilen an Familienunternehmen sind Thüringen (mit 93 Prozent), Sachsen-Anhalt, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Brandenburg (jeweils 92 Prozent).

Die Stiftung Familienunternehmen hat bereits im Frühjahr eine Studie zur „Volkswirtschaftlichen Bedeutung der Familienunternehmen“ in Deutschland vorgelegt. Daraus geht hervor, dass Familienunternehmen einen hohen Beitrag zur volkswirtschaftlichen Stabilität leisten. Sie stellen fast 60 Prozent der Beschäftigten in der Privatwirtschaft.

Eigentümergeführte Unternehmen in den neuen Bundesländern (ohne Berlin) und Westdeutschland, nach Beschäftigtengrößenklasen

Eigentümergeführte Unternehmen in den neuen Bundesländern (ohne Berlin) und Westdeutschland, nach Beschäftigtengrößenklasen

Weitere Informationen:

Andre Tauber
Leiter Kommunikation

Stiftung Familienunternehmen
Prinzregentenstraße 50
D-80538 München

Telefon: +49 (0) 89 / 12 76 400 06
Mobil: +49 (0) 172 / 63 190 09

E-Mail: tauber(at)familienunternehmen.de
Internet: www.familienunternehmen.de


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