Familienunternehmen genießen hohes Ansehen

Allensbach-Umfrage: Bevölkerung befürwortet steuerliche Entlastung

Das Vertrauen der Deutschen in die Stärke der deutschen Wirtschaft schwindet. Sie trauen der Regierung kaum zu, die Probleme zu lösen. Sie meinen mehrheitlich, der Staat solle den Rahmen setzen und sich sonst heraushalten aus der Wirtschaft. Familienunternehmen fungieren aus ihrer Sicht als Wohlstandsgaranten und sollten steuerlich entlastet werden.

Die Grafik zeigt: Nur noch 38 % der Deutschen stufen die Wettbewerbsfähigkeit als gut bis sehr gut ein.
53 Prozent der Befragten sagen, dass sich der Staat nur für Regeln in der Wirtschaft einsetzen solle, sich sonst aber aus der Wirtschaft raushalten solle.

München, den 1. Dezember 2025. Die Wirtschaft stärken, für Wirtschaftswachstum sorgen – das sollte aus Sicht der deutschen Bevölkerung das dringlichste Ziel der aktuellen Bundesregierung sein. 73 Prozent nennen dieses Ziel als vorrangig. Aber nur 27 Prozent trauen der Regierung in diesem Punkt Fortschritte zu. In der Dringlichkeit folgen aus Sicht der Bürger die Themen Sicherung der Renten, Bekämpfung der Inflation und Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.

Das hat das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen ermittelt. Dafür wurden im Oktober 2025 gut 1000 Interviews geführt, und zwar mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung ab 16 Jahre. Einen Teil der Fragen hat das Institut 2019 und 2024 schon einmal gestellt, so dass ein Vergleich möglich ist.

Das Zutrauen in die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist bei mehr als der Hälfte nicht gegeben. Um sie zu stärken, halten sie die Ausbildung von Fachkräften im Inland für den wichtigsten Punkt auf der politischen Agenda (86 Prozent), gefolgt von Bürokratieabbau, guten Standortbedingungen, Bildung und Forschungsförderung.

Die Wirtschaft läuft besser, wenn der Staat so wenig wie möglich eingreift – hinter dieser Aussage versammeln sich 53 Prozent der Befragten, 27 Prozent sehen das anders, 20 Prozent sind unentschieden. Bei Beschäftigten in Familienunternehmen ist die Zustimmung noch zehn Prozentpunkte größer.

Die Grafik betrifft die Frage, wer in der Region Wohlstand und Arbeitsplätze sichert. Mittelständische Unternehmen beziehungsweise Familienunternehmen genießen hier das höchste Vertrauen. 78 Prozent der Befragten geben das an.
In 2025 sind 61 Prozent der Befragten der Ansicht, dass Familienunternehmen weniger Steuern zahlen sollten. In 2024 sagten das 35 Prozent der Befragten.

These vom Beitrag zur Ungleichheit findet keine Zustimmung
Wer sichert in den Regionen Wohlstand und Arbeitsplätze? Es sind die Familienunternehmen, sagen 77 Prozent der Befragten. Während das Bild der Bevölkerung von Unternehmen ganz allgemein etwas an Glanz verloren hat, „erweist sich das Meinungsbild über Familienunternehmen als bemerkenswert stabil“, wie Studienleiter Michael Sommer vom Allensbach-Institut schreibt.

71 Prozent sind überzeugt, dass Familienunternehmen in Deutschland Arbeitsplätze sichern, mehr als jeder zweite, dass sie langfristig denken, gut geführt sind und sich um die Ausbildung des Fachkräftenachwuchses bemühen. Bei den Werten Innovationsfähigkeit und Klimaschutz ist der Blick der Bevölkerung kritischer. Aber beim Thema Gerechtigkeit gibt es wenig Zweifel an ihnen: Gerade einmal 4 Prozent stimmen der These zu, dass Familienunternehmen zur Ungleichheit in der Gesellschaft beitragen.

Gravierend verändert hat sich die Einschätzung zur Besteuerung von Familienunternehmen. Aktuell unterstützen 61 (Vorjahr 35) Prozent die Forderung, Familienunternehmen von einer höheren Besteuerung zu entlasten.

Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung hat keinerlei Zweifel, dass Familienunternehmen eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft sind. Die Menschen sehen genau, wie es um die Rahmenbedingungen steht und um das große Problem Fachkräftesicherung. Höhere Steuern für Unternehmen sind der falsche Weg, auch aus der Sicht der Bevölkerung.

Prof. Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen

Teaserbild © iStock / SolStock

Cor­ne­lia Knust​

Leiterin Kommunikation​

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