Zukunft entsteht durch Wandel

Unternehmerfamilien sprechen über Nachfolge, Führung und Transformation

Nachfolge, Führung und Transformation sind zentrale Themen vieler Familienunternehmen. Sie hängen eng zusammen, verstärken sich gegenseitig und bestimmen die strategische Ausrichtung der Firmen. Das jährlich in Berlin stattfindende Hauptstadtforum der Stiftung Familienunternehmen ist nach diesen Themen ausgerichtet und dabei immer hochaktuell. Die eineinhalbtägige Veranstaltung im vertrauten Kreis eröffnete Stiftungsgeschäftsführer Stefan Heidbreder.

Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen
Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen

Berlin, den 09. Februar 2026. Die Übergabe an die nächste Generation in Familienunternehmen ist ein komplexer Prozess. Familienunternehmer übertragen Verantwortung, definieren Rollen neu und passen manchmal die langfristige Ausrichtung des Unternehmens an. Das Hauptstadtforum der Stiftung Familienunternehmen behandelt diese Themen und fördert den Austausch unter Gesellschaftern der Next- und Mid-Gen.

Nachfolge als strukturelle Aufgabe
Im Zentrum der diesjährigen Begrüßung stand der Generationenwechsel. Stefan Heidbreder sieht Nachfolge nicht als Einzelfall, sondern als strukturelle Aufgabe von Familienunternehmen, die weit über die einzelnen Firmen hinausreicht.

Volkswirtschaftlich ist klar: jede gelungene Nachfolge sichert Arbeitsplätze, Wertschöpfung und regionale Stabilität.

Stefan Heidbreder

Zugleich machte er deutlich, dass Nachfolge in der öffentlichen Debatte häufig auf Vermögensfragen reduziert werde. Tatsächlich gehe es um die Übernahme von Verantwortung für Mitarbeitende, Standorte und Investitionsentscheidungen, deren Auswirkungen oft über Jahrzehnte reichen.

Franz und Elena von Metzler
Franz von Metzler, Gesellschafter und Vorstand der B. Metzler seel. Sohn & Co. AG, Frankfurt und Elena von Metzler, Gesellschafterin und Aufsichtsrätin der B. Metzler seel. Sohn & Co. AG, Frankfurt

Der Generationenwechsel braucht Austausch
Gerade bei der Übergabe an die nächste Generation besteht ein hoher Bedarf, Erfahrungen zu teilen und unterschiedliche Perspektiven zu diskutieren. Das Hauptstadtforum ist deshalb als vertrauliches Gesprächsformat angelegt, das Gespräche jenseits öffentlicher oder politischer Verkürzungen ermöglicht.

Wie anspruchsvoll Nachfolgeprozesse in der Praxis sind, zeigte das Auftaktpanel mit den Geschwistern Elena und Franz von Metzler. Deutlich wurde, dass gelingende Übergaben klare Rollen, Abstimmung und Lernbereitschaft voraussetzen.

Wir wollen eine offene Feedbackkultur und gerade als wir jung waren, haben wir immer betont, dass wir lernen wollen.

Franz von Metzler

Führung und familiäre Prägung
Gastredner Holger Schlageter zeigte den Zusammenhang zwischen Führung und Familie auf. In Familienunternehmen, so betonte er, bleibt Führung stets mit familiären Strukturen verknüpft. Selbst bei professioneller Governance beeinflussen persönliche Beziehungen und historisch gewachsene Rollenbilder weiterhin das Geschehen, erklärte der Organisationspsychologe.

Führung im Familienunternehmen ist immer beeinflusst von der Familie, auch wenn es nicht drauf steht. Wer glaubt, er führe professionell, führt dennoch gleichzeitig immer familiär, auch wenn es ihm nicht bewusst ist.

Holger Schlageter, Diplom-Theologe und Organisationspsychologe
Florian Sieber 
Geschäftsführender Gesellschafter der Simba-Dickie-Group GmbH, Fürth
Florian Sieber, Geschäftsführender Gesellschafter der Simba-Dickie-Group GmbH, Fürth

Dass sich Führungsstile mit dem Generationenwechsel verändern, war ebenfalls Thema. Unterschiedliche Generationen bringen unterschiedliche Stile mit, müssen jedoch vergleichbare Herausforderungen bewältigen. Florian Sieber, geschäftsführender Gesellschafter der Simba-Dickie-Group, beschrieb diesen Wandel aus persönlicher Perspektive.

Mein Vater ist der impulsive Vollblutunternehmer. Das war in seiner Zeit wichtig. Ich bin ruhiger, in mich gekehrter. Analytiker. Und ich hoffe, dass ich jetzt der Richtige für die Zeit bin, in der alles komplexer geworden ist.

Florian Sieber

Das Hauptstadtforum 2026 zeigte klar, dass viele zentrale Herausforderungen für Familienunternehmen derzeit zusammenkommen. Nachfolge, Führung und Wandel sind eng verknüpft und lassen sich nicht getrennt betrachten.

Die Gespräche in Berlin halfen, diese Zusammenhänge aus verschiedenen Blickwinkeln zu verstehen und Erfahrungen zu reflektieren, die für die langfristige Ausrichtung von Familienunternehmen wichtig sind.

© Stiftung Familienunternehmen / Marco Urban, 2026

Datum
6.2.2026, Berlin

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