Arbeit neu denken: Impulse für Wachstum und Wohlstand
- Herausgeber
- Stiftung Familienunternehmen
- Veröffentlichung
- München, 2026
- Isbn
- 978-3-948850-82-1
Seit 2022 steigt in Deutschland die Arbeitslosenquote. Gleichzeitig fehlen Fachkräfte, und Unternehmen fragen sich, wie sie in einer sich rasant wandelnden Arbeitswelt attraktiv bleiben können.
In "Arbeit neu denken" beleuchtet der wissenschaftliche Beirat der Stiftung Familienunternehmen den Faktor Arbeit aus ökonomischer, gesellschaftlicher und verfassungsrechtlicher Sicht. Die Mitglieder kommen zu einem klaren Ergebnis: Arbeit ist zugleich wirtschaftliche Basis, Raum für persönliche Entfaltung und Kitt unserer Gesellschaft.
Die Autoren untersuchen, wie sich dieser Anspruch an Arbeit in Zeiten von Künstlicher Intelligenz, geopolitischer Unsicherheit und einem Staat, der zunehmend in die koalitionsrechtlich verankerte Selbstregulierung des Arbeitsmarktes eingreift, bewahren lässt.
Vor welchen Herausforderungen steht die Arbeitswelt?
Künstliche Intelligenz und Automatisierung krempeln die Arbeitswelt rasant und tiefgreifend um. Sie verändern Tätigkeitsprofile und Beschäftigungsstrukturen in einem bisher unvorstellbaren Ausmaß.
Gleichzeitig sinkt die Zahl qualifizierter Arbeitskräfte aufgrund des demografischen Wandels und des Renteneintritts der Babyboomer-Generation, während die Arbeitslosenquote steigt. Der Arbeitsmarkt in der EU bleibt fragmentiert, was die Mobilität der Arbeitskräfte einschränkt.
Welche Verantwortung tragen Familienunternehmen in einer sich ändernden Arbeitswelt?
Familienunternehmen sichern Arbeitsplätze und Ausbildung, besonders in ländlichen Regionen. Prof. Kay Windhorst denkt, das ist norm wichtig für die Resilienz der Demokratie. Denn sichere Arbeitsplätze bei verlässlichen Arbeitsgebern wirken der politischen Radikalisierung von Menschen entgegen.
Deshalb empfiehlt Windhorst Familienunternehmen, selbstbewusst aufzutreten. Sie sollten Wandel werteorientiert und aus ihrer Tradition heraus gestalten. Die Politik müsse dafür den ordnungspolitischen Rahmen verbessern.
Wie ist Arbeit verfassungsrechtlich verankert?
Nach geltendem Koalitionsrecht soll sich der Arbeitsmarkt selbst regulieren – so verlangt es die Verfassung. Doch immer häufiger ersetzt staatliche Kontrolle diese Selbstregulierung, begleitet von ausufernden Sozialleistungen. Das schränkt den Spielraum für freie Erwerbsarbeit zunehmend ein.
Prof. Udo Di Fabio fordert daher, die individuellen Freiräume im Berufsleben wieder größter zu machen.

Wie können Arbeitskräfte im EU-Binnenmarkt besser mobilisiert werden?
Trotz der rechtlich verankerten Arbeitnehmerfreizügigkeit ist die tatsächliche grenzüberschreitende Mobilität in der Europäischen Union bisher gering. Sie wird durch unterschiedliche Sozialversicherungssysteme, komplizierte Rentenübertragungen, schleppende Anerkennung von Berufsabschlüssen und Wohnungsmangel in wirtschaftsstarken Regionen gebremst.
Prof. Gabriel Felbermayr fordert deshalb eine echte Integration des europäischen Arbeitsmarktes. Denn das könnte das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf spürbar steigern. Familienunternehmen, die durch ihre Standorttreue und Verwurzelung im ländlichen Raum geprägt sind, bräuchten diese mobilen Arbeitskräfte besonders dringend.

Wie beeinflusst Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt?
Prof. Clemens Fuest betont, dass Künstliche Intelligenz Aufgaben zwar automatisiert, aber keine Berufe gänzlich ersetzt. Erste Studien zeigten, dass KI gerade weniger qualifizierten Beschäftigten zugutekommen könnte, da sie Wissenslücken schließe.
Er fordert daher, Investitionen in KI mit gezielter Weiterbildung zu verbinden. Arbeitsprozesse müssten neu gestaltet und die soziale Verantwortung gegenüber den Beschäftigten berücksichtigt werden. Die Politik sollte die digitale Infrastruktur ausbauen, Weiterbildung stärken und das Arbeitsrecht innovationsfreundlicher machen.






