Der volkswirtschaftliche Schaden von Decoupling in Deutschland

Szenarien auf Bundes-, Kreis- und Sektorebene
Herausgeber
Stiftung Familienunternehmen
Veröffentlichung
München, 2023
Institut
WIFO Wien
WU Wien
Autoren
Univ. Prof. Mag. Mag. Gabriel Felbermayr, PhD Dr. Oliver Krebs
Isbn
978-3-948850-23-4

Internationale Arbeitsteilung gleicht Nachteile unterbrochener Lieferketten aus

Wie hoch wäre der Preis, wenn sich die EU vom Welthandel abkoppeln und Unternehmen zurückholen würde? Und wie ließen sich mögliche Folgen abfedern? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Decoupling-Studie der Stiftung Familienunternehmen, die dezidiert den Handel mit Vor- und Zwischenprodukten betrachtet. Dafür wurden unter anderem rund drei Millionen Sektor-Land-Verbindungen aufgeschlüsselt.

Das Ergebnis ist alarmierend – ganz besonders für große Familienunternehmen, für die der Verlust an Wertschöpfung oft zwei- bis dreimal größer wäre als im Durchschnitt. Aber auch bestimmte Regionen und einzelne Sektoren der Volkswirtschaft wären überdurchschnittlich betroffen. In vielen Kreisen würde das Realeinkommen durch eine Entkoppelung von allen Überseeregionen zwischen 20 und 36 Prozent fallen. Vor allem der Nordwesten der Republik wäre betroffen.

Die Autoren der Studie, Gabriel Felbermayr, Präsident des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung WIFO, und Dr. Oliver Krebs, Zürich, empfehlen daher, mit großer Vorsicht an das Thema Entkoppelung heranzugehen. Entscheidend seien vor allem genügend Zeit für die Anpassung und Abfederungsmaßnahmen der Regionalpolitik.

Datum
4.5.2023, München

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