Sicherer Arbeitsplatz wichtiger als Homeoffice

Jobsuchende schätzen Familienunternehmen als verlässliche Arbeitgeber

Globale wirtschaftliche Unsicherheiten und strukturelle Veränderungen durch technologischen Wandel prägen den deutschen Arbeitsmarkt. Arbeitnehmer streben daher verstärkt nach sicherer Beschäftigung und vertrauenswürdigen Arbeitgebern. Dafür verzichten sie sogar auf Dienstwagen, Boni oder Arbeitsmöglichkeiten von zuhause aus.

Die Grafik zeigt die Bedeutung der Arbeitsplatzsicherheit bei der Arbeitgeberwahl. Für 55 % der Befragten ist Arbeitsplatzsicherheit wichtig und für 33 % sehr wichtig. 11 % bewerten sie als weniger wichtig, lediglich 1 % als unwichtig. Insgesamt stufen 88 % Arbeitsplatzsicherheit als wichtig oder sehr wichtig ein.
Die Grafik zeigt die Bereitschaft zum Verzicht auf Vorteile im Gegenzug für einen sicheren Arbeitsplatz. Am häufigsten würden Befragte auf Dienstwagen oder Benefits verzichten (30 %), gefolgt von Boni bzw. variabler Vergütung (21 %) und Homeoffice (20 %). 12 % würden auf flexible Arbeitszeiten verzichten, 8 % auf Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten und 4 % auf einen Teil des Grundgehalts. 5 % würden auf keine der genannten Leistungen verzichten.

München, den 10. Juli 2026. In Krisenzeiten rückt Arbeitsplatzsicherheit in den Fokus. Eine Umfrage unter Jobsuchenden zeigt: 88 Prozent halten sie bei der Wahl des Arbeitgebers für wichtig oder sehr wichtig. Fast alle – 95 Prozent – wären bereit, dafür auf einzelne Extras wie zum Beispiel Dienstwagen, Boni, Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten zu verzichten.

Sogar Karriere- und Aufstiegschancen ordnen viele der Sicherheit unter. Und auch die Bereitschaft, für die neue Arbeitsstätte den Wohnort zu wechseln steigt: Waren im Jahr 2024 nur 30 Prozent der Jobsuchenden bereit dazu, sind es im Jahr 2025 schon knapp 40 Prozent.

Die Technische Universität München unter der Leitung von Prof. Dr. Alwine Mohnen hat diese Ergebnisse ermittelt. Im Jahr 2025 befragte sie im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen 650 vor allem junge Arbeitssuchende bis 30 Jahre gezielt zur Arbeitsplatzsicherheit.

Zwischen 2023 und 2025 befragte sie zudem knapp 1700 Personen zu zentralen Aspekten der Arbeit in Familienunternehmen im Vergleich zu Nicht-Familienunternehmen. Die Umfragen fanden auf der Jobmesse „Karrieretag Familienunternehmen“ statt, einer gemeinsamen Initiative führender Familienunternehmer, des Entrepreneurs Club und der Stiftung Familienunternehmen.

Hälfte der Jobsuchenden sorgt sich um Arbeitsplatz

Der Wunsch nach Sicherheit wächst aus der Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt: Nur 49 Prozent der Befragten fühlen sich in ihrem Job sicher. Für sie bedeutet Sicherheit deshalb vor allem, keine Angst vor Kündigungen zu haben. An zweiter Stelle verbinden sie Sicherheit mit der Loyalität des Arbeitgebers und damit, auch in Krisenzeiten fair und zuverlässig bezahlt zu werden. Insgesamt berichten 75 Prozent der Befragten, dass die aktuelle Wirtschaftslage ihr Unsicherheitsgefühl verstärkt.

Die Grafik zeigt die Glaubwürdigkeit von Aussagen zur Arbeitsplatzsicherheit. Aussagen von Familienunternehmen werden überwiegend als glaubwürdig bewertet: 16 % sehr glaubwürdig und 77 % eher glaubwürdig (insgesamt 93 %). Aussagen von Nicht-Familienunternehmen gelten deutlich seltener als glaubwürdig: 4 % sehr glaubwürdig und 42 % eher glaubwürdig (insgesamt 46 %), während 51 % sie eher unglaubwürdig und 3 % nicht glaubwürdig finden.

Familienunternehmen gelten als sicherere Arbeitgeber

Vor diesem Hintergrund gewinnt die individuell wahrgenommen Glaubwürdigkeit der Arbeitgeber an enormer Bedeutung. Rund 90 Prozent der Befragten vertraut in puncto Arbeitsplatzsicherheit insbesondere in Familienunternehmen. Nicht-Familienunternehmen genießen dieses Vertrauen nur von etwas weniger als der Hälfte der Befragten. Die Befragten verknüpfen familiengeführte Unternehmen zudem klar mit verantwortungsvollem (88 Prozent) und langfristigem Handeln (73 Prozent).

In unsicheren Zeiten suchen Menschen vor allem eines: Verlässlichkeit. Diese suchen sie insbesondere in Familienunternehmen, denen es ein wichtiges Anliegen ist, der Verantwortung möglichst gerecht zu werden. Dies gelingt ihnen auch besser als Unternehmen im Streubesitz.

Dr. Ulrich Stoll​

Teaserbild © iStock / sturti

Datum
10.7.2026, München

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