Arbeitsplatzsicherheit in unsicheren Zeiten

Auswertung der Schwerpunktbefragung auf den Karrieretagen 2025
Herausgeber
Stiftung Familienunternehmen
Veröffentlichung
München, 2026
Institut
Technische Universität München
Autoren
Prof. Dr. Alwine Mohnen, Dr. Nevena Toporova, Jakob Maxl, Laura Gress

Wirtschaftliche Unsicherheit, geopolitische Krisen und tiefgreifende Veränderungen beeinflussen, was Beschäftigte von ihren Arbeitgebern erwarten. Immer mehr Menschen legen Wert auf Arbeitsplatzsicherheit, wenn sie sich für einen Arbeitgeber entscheiden. Eine neue Umfrage der Stiftung Familienunternehmen beleuchtet, wie wichtig sichere Arbeitsplätze für Studierende, Berufseinsteiger und erfahrene Fachkräfte sind. Sie zeigt auch, warum Familienunternehmen gerade in Krisenzeiten besonders viel Vertrauen genießen. Die Umfrage basiert auf den Befragungen während der Karrieretage Familienunternehmen 2025.

Die Grafik zeigt die Bedeutung der Arbeitsplatzsicherheit bei der Arbeitgeberwahl. Für 55 % der Befragten ist Arbeitsplatzsicherheit wichtig und für 33 % sehr wichtig. 11 % bewerten sie als weniger wichtig, lediglich 1 % als unwichtig. Insgesamt stufen 88 % Arbeitsplatzsicherheit als wichtig oder sehr wichtig ein.

Was verbinden Arbeitssuchende mit Arbeitsplatzsicherheit?

Für die meisten Menschen bedeutet Sicherheit am Arbeitsplatz vor allem eine langfristige Anstellung, eine faire Bezahlung, Loyalität des Arbeitgebers und eine verlässliche Kommunikation. Viele empfinden ihre aktuelle Beschäftigung jedoch als weniger sicher, als sie es sich wünschen. Entscheidend für das Sicherheitsgefühl sind vor allem die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens und dessen Fähigkeit, Krisen erfolgreich zu meistern.

Die Grafik zeigt die Glaubwürdigkeit von Aussagen zur Arbeitsplatzsicherheit. Aussagen von Familienunternehmen werden überwiegend als glaubwürdig bewertet: 16 % sehr glaubwürdig und 77 % eher glaubwürdig (insgesamt 93 %). Aussagen von Nicht-Familienunternehmen gelten deutlich seltener als glaubwürdig: 4 % sehr glaubwürdig und 42 % eher glaubwürdig (insgesamt 46 %), während 51 % sie eher unglaubwürdig und 3 % nicht glaubwürdig finden.

Wo haben Arbeitssuchende das größte Zutrauen?

Familienunternehmen genießen einen klaren Vertrauensvorsprung. Die Befragten halten ihre Versprechen zur Arbeitsplatzsicherheit für glaubwürdiger als die anderer Unternehmensformen. Sie trauen ihnen eher zu, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Arbeitsplätze zu sichern. Verantwortungsvolles Handeln, langfristige Planung und die enge Bindung an Mitarbeitende und Standorte machen Familienunternehmen zu verlässlichen Arbeitgebern.

Die Grafik zeigt die Bereitschaft zum Verzicht auf Vorteile im Gegenzug für einen sicheren Arbeitsplatz. Am häufigsten würden Befragte auf Dienstwagen oder Benefits verzichten (30 %), gefolgt von Boni bzw. variabler Vergütung (21 %) und Homeoffice (20 %). 12 % würden auf flexible Arbeitszeiten verzichten, 8 % auf Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten und 4 % auf einen Teil des Grundgehalts. 5 % würden auf keine der genannten Leistungen verzichten.

Worauf verzichten Arbeitssuchende für Arbeitsplatzsicherheit?

Viele Umfrageteilnehmer sind bereit, auf Boni, Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten zu verzichten, wenn sie dafür einen sicheren Arbeitsplatz bekommen. Diese Bereitschaft macht Arbeitsplatzsicherheit zu einem wichtigen Vorteil im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte. Familienunternehmen können dies nutzen, um ihre traditionellen Stärken wie Stabilität, Glaubwürdigkeit und langfristiges Denken stärker in den Vordergrund zu rücken und als Teil ihrer Arbeitgebermarke zu betonen.

Datum
10.7.2026, München

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