Jung geblieben bei langer Tradition

In der Liste sind Unternehmen aufgeführt, die sich am längsten im kontinuierlichen Eigentum einer oder mehrerer miteinander verbundener Familien befinden. Sie haben aktuell mind. 50 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte oder sind Teil einer größeren Gruppe. Die Unternehmen sind in Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistung tätig. Apotheken, Gasthäuser, landwirtschaftliche Betriebe und Mühlen wurden nicht berücksichtigt. Familienunternehmen desselben Gründungsjahres teilen sich die Rangposition. Basis des Rankings sind öffentlich zugängliche Quellen. Die Auswahl erfolgte aus einer Gesamtheit von über 500 Familienunternehmen. Da seitens der Firmen laufend neue Erkenntnisse hinzukommen, wird die Liste regelmäßig aktualisiert.
Von Merck bis Meindl, von Haniel bis Herder – die 50 ältesten deutschen Familienunternehmen bilden die ganze Vielfalt dieses Unternehmenstyps ab. Die Mitarbeiterzahl reicht von 62.000 bis 55. Die neue Liste der Stiftung Familienunternehmen erzählt die Geschichte von Resilienz über die Jahrhunderte.
München, den 2. September 2026. Zum zweiten Mal hat die Stiftung die 50 ältesten deutschen Unternehmen im durchgehenden Familienbesitz recherchiert: Akten gesichtet, Stammbäume und Nachweise zum Gründungsjahr geprüft. Die Liste macht deutlich, welch beeindruckende Historie viele Unternehmen haben: mit vielfältigen Geschäftsmodellen und Wachstumsgeschichten, in den verschiedensten Branchen, in allen Winkeln des Landes, lokal verwurzelt und auf der Weltbühne zu Hause, Hightech und handfest.
Das gilt zumindest im Westen (siehe interaktive Grafik). Denn im Osten Deutschlands haben die Enteignungen während der Sowjetischen Besatzung und später in der DDR die Tradition brutal durchbrochen. Auch in Ostdeutschland gibt es heute wieder viele Familienunternehmen; manche haben an ihre Ursprünge angeknüpft.
Die 50 ältesten Familienunternehmen
Interaktive Grafik
Die größte Dichte an Traditionsunternehmen weisen die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg auf. Oft sind sie aus Handwerksbetrieben oder kleinen Läden entstanden. Manche spielen heute im internationalen Wettbewerb mit und sind mit ihren hoch innovativen Produkten sogar Weltmarktführer.
Das älteste deutsche Familienunternehmen ist weiterhin The Coatinc Company, Siegen, aus dem Jahr 1502, gefolgt von der Prym Group aus Stolberg aus dem Jahr 1530. Acht der ältesten Unternehmen behaupten sich schon seit rund 400 Jahren. Die jüngsten Betriebe auf der Liste reichen bis ins späte 18. Jahrhundert zurück.
Familienunternehmen erfinden sich immer wieder neu
In der Liste sind Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern erfasst, die sich am längsten im kontinuierlichen Eigentum einer oder mehrerer miteinander verbundener Familien befinden. Apotheken, Gasthäuser, landwirtschaftliche Betriebe und Mühlen wurden nicht berücksichtigt. Basis des Rankings sind öffentlich zugängliche Quellen. Die Auswahl erfolgte aus einer Gesamtheit von über 500 Familienunternehmen.
Über Jahrhunderte haben sich diese Unternehmen immer neu erfunden, mit der Familie als Stabilitätsanker und Fels in der Brandung. Sie sind es auch heute und machen die deutsche Wirtschaft resilient in diesen krisenhaften Zeiten: mit Unsicherheit über die internationale Sicherheitslage, hohen Energiepreisen und Zweifeln an der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.
Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen
Teaserbild © The Coatinc Company Holding GmbH










