Freiburger Subventionsbericht 2026

Die Finanzhilfen des Bundes – ökonomisch fragwürdig und intransparent finanziert
Herausgeber
Stiftung Familienunternehmen
Veröffentlichung
München, 2026
Institut
Walter Eucken Institut
Autoren
Prof. Dr. Dr. h. c. Lars P. Feld, Prof. Dr. Andreas Freytag, Dr. Claus-Friedrich Laaser, Maximilian Langer, M.Sc., Dr. Astrid Rosenschon, Dr. des. Maximilian Thomas
Isbn
978-3-948850-80-7
Zwei Kreisdiagramme zur Konzentration der Finanzhilfen des Bundes und seiner Sonderhaushalte 2026 (in Prozent). Links: Konzentration nach Ranggruppen – die fünf größten Posten („Rang 1 bis 5“) machen 47,23 % aus, Rang 6–10: 15,22 %, Rang 11–20: 15,80 %, übrige („Sonstige“): 21,75 %. Rechts: Aufschlüsselung der fünf größten Posten – Infrastrukturbeitrag für die Erhaltung der Schienenwege der Eisenbahnen des Bundes: 10,86 %, Zuschüsse zur Entlastung beim Strompreis: 10,79 %, Abgeltung versicherungsfremder Leistungen der GKV: 9,66 %, Förderung von Maßnahmen der Energieeffizienz und erneuerbarer Energien im Gebäudebereich: 7,99 %, Zuweisungen an die Länder (Regionalisierungsmittel): 7,93 %.

Der Freiburger Subventionsbericht dokumentiert und analysiert die gesamtstaatlichen Subventionen Deutschlands mit besonderem Fokus auf den Finanzhilfen des Bundes. Der Bericht umfasst die Haushaltsjahre 2025 und 2026 und basiert auf einer Zeitreihe, die bis zum Jahr 2000 zurückreicht.

Wieviel Subventionen zahlt der Staat?

Das gesamtstaatliche Subventionsvolumen beläuft sich im Jahr 2026 auf 321,3 Mrd. Euro (2025: 306,6 Mrd. Euro), wobei Finanzhilfen mit einem Anteil von knapp drei Vierteln die Förderpolitik dominieren. Dies entspricht einer rechnerischen Pro-Kopf-Belastung von 7.012 Euro je Erwerbstätigen. Die Subventionsquote beträgt im Jahr 2026 rund 7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und liegt damit nur knapp unter dem bisherigen Höchstwert von 7,17 Prozent im Jahr 2023. Bei den Finanzhilfen besteht eine starke Konzentration: Im Jahr 2026 vereinen die fünf größten Programme 47,2 Prozent des Finanzhilfevolumens auf sich.

Wieso sind die hohen Finanzhilfen ein Problem?

Die Finanzhilfen des Bundes steigen von 140,5 Mrd. Euro im Jahr 2025 auf 150 Mrd. Euro im Jahr 2026. Zwischen 2024 und 2026 entspricht dies einer Zunahme um 36,7 Mrd. Euro (32,4 Prozent), während das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den drei Jahren voraussichtlich lediglich um 5,9 Prozent gewachsen ist. Und: Ein wachsender Teil der Förderpolitik wird über Sondervermögen abgewickelt, was die Budgettransparenz beeinträchtigt. 110,8 Mrd. Euro oder rund drei Viertel der Finanzhilfen entfallen im Jahr 2026 auf ökonomisch fragwürdige Maßnahmen, die überwiegend konsumtiven Charakter aufweisen und teilweise der Strukturkonservierung dienen.

Wer erhält die Finanzhilfen?

Der Mittelstand erhält im Jahr 2026 mit 1,4 Mrd. Euro lediglich etwa 1 Prozent der Finanzhilfen, obwohl er etwa die Hälfte der Wertschöpfung erbringt und einen vergleichbaren Anteil der Unternehmenssteuern trägt; große Konzerne sind stärker begünstigt.

Zwei Kreisdiagramme „Konzentration der Steuervergünstigungen 2026“ (in Prozent). Links: Die fünf größten Steuervergünstigungen (Rang 1 bis 5) machen 55,58 % aus, Rang 6–10: 16,12 %, Rang 11–20: 16,55 %, übrige („Sonstige“): 11,80 %. Rechts: Aufschlüsselung der fünf größten Posten – Gesundheits- und Sozialwesen: 27,91 %, Erbschaftsteuerfreibeträge und -ermäßigungen für Betriebsvermögen bei Unternehmensnachfolge: 10,32 %, Entfernungspauschale: 7,15 %, Abzug der Kirchensteuer als Sonderausgabe: 5,16 %, ermäßigter Umsatzsteuersatz für kulturelle und unterhaltende Leistungen: 5,04 %.

Wie hoch sind die Steuervergünstigungen des Bundes?

Die Steuervergünstigungen des Bundes liegen im Jahr 2025 bei 82 Mrd. Euro und steigen im Jahr 2026 auf 85,3 Mrd. Euro; ein wesentlicher Treiber ist die Wiedereinführung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes für Restaurants und Verpflegungsdienstleistungen. Die Steuervergünstigungen sind stark konzentriert: Die fünf größten Positionen vereinen 55,6 Prozent des Gesamtvolumens auf sich.

Wie kann Subventionsabbau gelingen?

Geringe Erfolgsaussichten hat eine diskretionäre und selektive Subventionskürzung, bei der nur einzelne Sektoren die Last zu tragen haben. Dies spricht für einen gleichmäßigen prozentualen Abbau staatlicher Hilfen nach der sogenannten „Rasenmäher-Methode“ im Rahmen eines auf einen längeren Zeitraum angelegten, verbindlichen Reformprogramms, das den betroffenen Wirtschaftssubjekten Zeit und Ressourcen für nötige Anpassungen lässt. Eine Gleichbehandlung aller Subventionsbegünstigten dürfte als fairer erachtet werden als ein „Sonderopfer“ für wenige. So wird die Last auf breitere Schultern verteilt, also für den Einzelnen erträglicher. Die Widerstände gegen den Abbau von Privilegien lassen sich noch weiter vermindern, wenn sie gleichsam als Paket mit Steuersenkungen und konsequenter Entbürokratisierung verknüpft werden.

Balkendiagramm „Ausgaben des Bundes für Verteidigung, Forschung außerhalb des Unternehmenssektors und Bildung im Vergleich mit den Bundesfinanzhilfen 2026“ (in Milliarden Euro). Finanzhilfen sind mit 150,0 Milliarden Euro deutlich am höchsten. Es folgen Ausgaben für Verteidigung mit 98,2 Milliarden Euro, für Forschung mit 16,6 Milliarden Euro und für Bildung mit 6,6 Milliarden Euro. Die Grafik zeigt, dass Finanzhilfen die anderen Ausgabenbereiche deutlich übersteigen.
Datum
14.4.2026, München

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