Fünf Hebel für mehr Produktivität
- Herausgeber
- Stiftung Familienunternehmen
- Veröffentlichung
- München, 2026
- Institut
- IW Consult GmbH
- Isbn
- 978-3-948850-85-2
Eine neue Studie des IW Köln im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen zeigt, dass Deutschland über erhebliche ungenutzte Produktivitätspotenziale verfügt, die vor allem durch Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Innovation, Bürokratieabbau und Investitionen erschlossen werden können.
Es besteht dringender Handlungsbedarf, denn Deutschland steckt in einer anhaltenden Produktivitätsschwäche: Während die Arbeitsproduktivität in den 1980er und 1990er Jahren noch um rund 2 % jährlich wuchs, liegt sie heute bei nur noch 0,3 % – obwohl angesichts des demografischen Wandels mindestens 1,6 % erforderlich wären, um den Wohlstand zu sichern.



Wie wird Produktivität definiert?
Die Arbeitsproduktivität bezeichnet die durchschnittliche Wirtschaftsleistung, die jede erwerbstätige Person erbringt. Sie wird maßgeblich durch Faktoren wie den Arbeitseinsatz, Wissen und Qualifikationen, den Kapitalstock (z. B. Gebäude, Maschinen und Infrastruktur), den Ressourceneinsatz sowie den technologischen und organisatorischen Fortschritt bestimmt.
Eine hohe Produktivität ist die zentrale Grundlage für wirtschaftlichen Wohlstand, steigende Einkommen und langfristiges Wirtschaftswachstum.
Wie hat sich die Produktivität in Deutschland entwickelt?
Die Produktivitätsentwicklung in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich abgeschwächt. Während die Produktivität in den 1980er- und 1990er-Jahren noch um rund 2 Prozent pro Jahr wuchs, lagen die Zuwächse ab dem Jahr 2000 nur noch etwa halb so hoch und in den vergangenen sechs Jahren durchschnittlich bei lediglich 0,3 Prozent.
Ursachen sind unter anderem eine schwächere Innovations- und Investitionstätigkeit, der Fachkräftemangel, der demografische Wandel sowie der Strukturwandel hin zu personalintensiveren Dienstleistungen.
Wo liegen die größten Potenziale zur Steigerung der Produktivität?
Die vorliegende Studie zeigt, dass die größten Potenziale zur Steigerung der Produktivität in fünf Handlungsfeldern liegen: Digitalisierung, Künstliche Intelligenz (KI), Innovation, Bürokratieabbau und Investitionen.
Kurzfristig bietet der Bürokratieabbau den größten Hebel – eine umfassende Reform könnte die Produktivität bereits innerhalb eines Jahres um 1,6 Prozent steigern. Langfristig sind Innovation und KI die stärksten Wachstumstreiber. Höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung könnten die Produktivität um bis zu 13 Prozent steigern, die konsequente Nutzung von KI um bis zu 9,3 Prozent.
Dabei betont die Studie, dass sich die Effekte der einzelnen Maßnahmen nicht einfach addieren lassen und insbesondere Innovationen und Digitalisierung ihre volle Wirkung erst über mehrere Jahre hinweg entfalten.
Welche Handlungsempfehlungen ergeben sich daraus?
Die Studie zeigt, dass Deutschland erhebliche Produktivitätspotenziale erschließen kann, wenn politische Reformen und unternehmerische Investitionen konsequent zusammenwirken.
Kurzfristig sollte der Fokus auf dem Abbau von Bürokratie liegen – etwa durch weniger Berichts- und Dokumentationspflichten sowie schnellere Genehmigungsverfahren. Langfristig empfiehlt die Studie, die Verbreitung digitaler Technologien und Künstlicher Intelligenz zu beschleunigen, private Investitionen in Forschung und Entwicklung zu stärken und die öffentliche Infrastruktur zu modernisieren.
Beispiele für politische Maßnahmen in anderen Ländern zeigen, wie die Hebel konkret umgelegt werden können.












