Strategie

Familienunternehmen und die digitale Transformation

Viele der großen Familienunternehmen sind als sogenannte Hidden Champions Weltmarktführer in hochspezialisierten Nischen. Sie schultern hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung, um ihren technologischen Vorsprung auch in Zeiten der digitalen Transformation zu sichern. Eine wesentliche Herausforderung dabei ist der Fachkräftemangel, zeigen Untersuchungen im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen.

Wie Familienunternehmen dem Fachkräftemangel begegnen können

Der demografische Wandel verringert das Angebot an Fachkräften. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Fachleuten, die für die digitale Transformation benötigt werden. Viele Familienunternehmen stellt das vor besondere Herausforderungen. Sie sind zwar oft als Hidden Champions Weltmarktführer in ihren jeweiligen Nischen, doch ihre Namen sind meist nur wenigen bekannt. Sie sind zudem häufig abseits der Metropolen beheimatet.

Eine Studie im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen richtet den Fokus auf den Fachkräftebedarf in Industrieberufen. Die Autoren vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zeigen, wo Mangel herrscht, aber auch, wo es noch Überhänge gibt. Die Studie „Fachkräfte für die digitale Transformation" bietet konkrete Empfehlungen für Familienunternehmen und leitet aus der Analyse der Arbeitsmarktsituation auch klare Forderungen an die Politik ab.

Der mit Abstand größte Bedarf besteht an Fachkräften mit Berufsausbildung in den Bereichen Maschinen-, Fahrzeug- oder Elektrotechnik. In diesen Berufsfeldern ist die Zahl der gemeldeten offenen Stellen von 2011 bis 2017 von 51.000 auf 80.000 angestiegen – ein Plus von deutlich mehr als 50 Prozent. Die tatsächliche Nachfrage dürfte sogar eher doppelt so groß sein, so das Forscherteam aus Köln, da Unternehmen nicht alle zu besetzenden Stellen bei den Arbeitsagenturen melden.

 

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In der Elektrotechnik ist der Fachkräftemangel bereits flächendeckend erkennbar. In den IT-Berufen werden vor allem Hochschulabsolventen der Fachrichtungen Informatik sowie Softwareentwickler aller Qualifikationsniveaus gesucht. Im Bereich der Forschung und Entwicklung wiederum fehlen Fachkräfte in den Ausbildungsberufen Technischer Zeichner, Technischer Produktdesigner sowie Technischer Systemplaner, die eng miteinander verwandt sind. Die Fachkräfteengpässe in den Digitalisierungsberufen sind im Westen und Süden Deutschlands tendenziell stärker ausgeprägt, die Betroffenheit einzelner Regionen ist jedoch je nach Berufsfeld sehr unterschiedlich. Die oben stehende interaktive Deutschlandkarte zeigt, wo Maschinen- und Fahrzeugtechniker besonders nachgefragt werden, und wo es einen Stellenüberhang gibt. Karten für weitere Fachbereiche gibt es hier.

Erneuerung und digitaler Ausbau in Familienunternehmen

Die digitale Transformation findet in Familienunternehmen häufig verstärkt im Kontext eines Generationenwechsels statt. Im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen hat das Friedrichshafener Institut für Familienunternehmen an der Zeppelin Universität ermittelt, dass gerade die junge Unternehmergeneration bereit und in der Lage ist, den digitalen Wandel zu gestalten.

Dabei sehen die potenziellen Unternehmensnachfolger durchaus noch Handlungsbedarf in ihren Familienunternehmen. 28 Prozent der Befragten geben an, mit dem Stand der der digitalen Transformation in ihrem Familienunternehmen zufrieden zu sein. 43 Prozent können dieser Aussage nicht zustimmen. Den digitalen Wandel wollen sie angehen, indem sie auf die traditionellen Stärken ihrer Unternehmen setzen, etwa durch die Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter.

Material zum Thema Familienunternehmen im digitalen Wandel
Studie - Fachkräfte für die digitale Transformation | Stiftung Familienunternehmen
Studie - Deutschlands nächste Unternehmergeneration | Stiftung Familienunternehmen
Sonderauswertung: Digitalisierung im Fokus | Stiftung Familienunternehmen

Sonderauswertung: „Digitalisierung im Fokus“


Erklär-Video - Fachkräftemangel in Deutschland | Stiftung Familienunternehmen
Erklär-Video - Deutschlands nächste Unternehmergeneration | Stiftung Familienunternehmen
Unternehmer-Meinung: Prof. Dr. Kay Windthorst | Stiftung Familienunternehmen

Unternehmer-Meinung von Prof. Dr. Kay Windthorst, Direktor der Forschungsstelle für Familienunternehmen der Universität Bayreuth: „Digitalisierung – eine besondere Herausforderung für Familienunternehmen?“


Unternehmer-Meinung: Dr.-Ing. Mathias Kammüller | Stiftung Familienunternehmen

Unternehmer-Meinung von Dr.-Ing. Mathias Kammüller, Vorsitzender des Geschäftsbereichs Werkzeugmaschinen, TRUMPF GmbH + Co. KG, Ditzingen: „Digitalisierung in Deutschland: Eine Achillesferse und viele Chancen“


Unternehmer-Meinung: Dr. Ulrich Bertold Stoll | Stiftung Familienunternehmen

Unternehmer-Meinung von Dr. Ulrich Bertold Stoll, Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Festo AG & Co. KG: „Duale Ausbildung im Zeitalter der Digitalisierung“

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